<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>ATLAS Archive - LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württmberg</title>
	<atom:link href="https://www.lag-mobil.de/category/atlas/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.lag-mobil.de/category/fachbereich/atlas/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Thu, 22 Oct 2026 10:29:03 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1.4</generator>

<image>
	<url>https://www.lag-mobil.de/wp-content/uploads/2026/04/cropped-cropped-LAG_Logo_2026-32x32.png</url>
	<title>ATLAS Archive - LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württmberg</title>
	<link>https://www.lag-mobil.de/category/fachbereich/atlas/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Einsamkeit bei jungen Menschen</title>
		<link>https://www.lag-mobil.de/einsamkeit-bei-jungen-menschen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katharina Huber]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Oct 2026 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[ATLAS]]></category>
		<category><![CDATA[Förderung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Lebenswelten]]></category>
		<category><![CDATA[Einsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendsozialarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Mobile Jugendarbeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lag-mobil.de/?p=4272</guid>

					<description><![CDATA[<p>Warum Beziehungen Zeit brauchen und Jugendsozialarbeit unverzichtbar ist Wer an Einsamkeit denkt, hat häufig ältere Menschen vor Augen. Menschen, die allein leben, wenig Besuch bekommen und kaum noch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Dabei wird eine andere Altersgruppe häufig übersehen: junge Menschen. Die Zeitverwendungserhebung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2022 [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lag-mobil.de/einsamkeit-bei-jungen-menschen/">Einsamkeit bei jungen Menschen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lag-mobil.de">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württmberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<style>

/* =====================================
   ARTIKEL: EINSAMKEIT BEI JUNGEN MENSCHEN
   ===================================== */

/* Fließtext */
body.single-post .entry-content > p {
  font-size: 17px;
  line-height: 1.9;
  color: #383838;
  margin-bottom: 24px;
  letter-spacing: 0.1px;
}

/* Einleitung hervorheben */
body.single-post .entry-content > p:first-of-type {
  font-size: 19px;
  line-height: 1.85;
  color: #303030;
  font-weight: 400;
  margin-bottom: 32px;
}

/* Zwischenüberschriften */
body.single-post .entry-content > h2 {
  font-size: 25px;
  font-weight: 700;
  line-height: 1.4;
  color: #292929;

  margin-top: 52px;
  margin-bottom: 23px;

  padding-left: 18px;
  border-left: 4px solid #da3c15;
}

/* Kleinere Zwischenüberschriften */
body.single-post .entry-content > h3 {
  font-size: 21px;
  font-weight: 700;
  color: #333333;

  margin-top: 36px;
  margin-bottom: 18px;
}

/* Hervorhebungen im Fließtext */
body.single-post .entry-content > p strong {
  font-weight: 700;
  color: #292929;
}

/* Links im Artikel */
body.single-post .entry-content > p a,
body.single-post .entry-content > ul a,
body.single-post .entry-content > ol a {
  color: #c83b18;
  text-decoration: underline;
  text-decoration-color: #e9b5a5;
  text-underline-offset: 4px;
  transition: color 0.2s ease;
}

body.single-post .entry-content > p a:hover,
body.single-post .entry-content > ul a:hover,
body.single-post .entry-content > ol a:hover {
  color: #92290e;
}

/* Aufzählungen */
body.single-post .entry-content > ul,
body.single-post .entry-content > ol {
  font-size: 17px;
  line-height: 1.85;
  color: #383838;
  margin-bottom: 28px;
  padding-left: 28px;
}

body.single-post .entry-content > ul li,
body.single-post .entry-content > ol li {
  margin-bottom: 12px;
}

/* Mobilansicht */
@media (max-width: 768px) {

  body.single-post .entry-content > p {
    font-size: 16px;
    line-height: 1.8;
    margin-bottom: 20px;
  }

  body.single-post .entry-content > p:first-of-type {
    font-size: 17px;
    line-height: 1.8;
  }

  body.single-post .entry-content > h2 {
    font-size: 22px;
    margin-top: 38px;
    margin-bottom: 20px;
    padding-left: 14px;
  }

  body.single-post .entry-content > h3 {
    font-size: 19px;
  }

}

</style>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum Beziehungen Zeit brauchen und Jugendsozialarbeit unverzichtbar ist</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer an Einsamkeit denkt, hat häufig ältere Menschen vor Augen. Menschen, die allein leben, wenig Besuch bekommen und kaum noch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Dabei wird eine andere Altersgruppe häufig übersehen: junge Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zeitverwendungserhebung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2022 zeigt, dass junge Erwachsene zwischen 18 und 29 Jahren besonders häufig von Einsamkeit betroffen sind. (<a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Zeitverwendung/Ergebnisse/_inhalt.html">Statistisches Bundesamt, 2025</a>) Das könnte zunächst überraschend wirken. Sind junge Menschen nicht in der Schule, in sozialen Medien oder in ihrer Freizeit ständig mit anderen in Kontakt? </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch soziale Kontakte und soziale Verbundenheit sind nicht dasselbe. Man kann von Menschen umgeben sein und sich trotzdem einsam fühlen. Die Jugend ist eine Lebensphase, in der Freundschaften, Gruppen und soziale Beziehungen eine besonders wichtige Rolle spielen. Wenn hier das Zugehörigkeitsgefühl fehlt, ist es besonders gravierend.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum gerade junge Menschen besonders verletzlich sind</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Jugend ist geprägt von Übergängen. Freundschaften verändern sich, Schulklassen werden verlassen, Ausbildungen begonnen oder abgebrochen, neue Beziehungen entstehen und andere leben sich auseinander. Gleichzeitig müssen junge Menschen herausfinden, wer sie sind, wo sie dazugehören und welchen Platz sie in der Gesellschaft einnehmen möchten. Gerade diese Entwicklungsaufgaben machen die Jugend zu einer Lebensphase, in der Einsamkeit besonders relevant werden kann. Denn Einsamkeit entsteht nicht allein durch fehlende Kontakte, sondern durch die wahrgenommene Diskrepanz zwischen den sozialen Beziehungen, die man sich wünscht, und denen, die man tatsächlich erlebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt, dass Einsamkeit selbst zu einem Hindernis für neue Beziehungen werden kann. Wer wiederholt Zurückweisung erlebt oder sich ausgeschlossen fühlt, entwickelt möglicherweise die Erwartung, auch künftig nicht akzeptiert zu werden. Neutrale Reaktionen anderer werden dann schneller als Ablehnung interpretiert. Rückzug erscheint als Schutz vor weiteren Enttäuschungen, verstärkt aber möglicherweise genau das Gefühl, nicht dazuzugehören. In der Einsamkeitsforschung wird in diesem Zusammenhang auch von verzerrten sozialen Kognitionen gesprochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit wird deutlich: Es reicht nicht immer aus, einsamen Menschen einfach mehr Kontaktmöglichkeiten anzubieten. Manchmal braucht es Unterstützung dabei, Vertrauen in soziale Beziehungen zurückzugewinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Einsamkeit ist auch eine Frage gesellschaftlicher Teilhabe</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einsamkeit hat aber nicht nur eine persönliche, sondern auch eine gesellschaftliche Dimension. Junge Menschen möchten nicht ausschließlich dazugehören. Sie möchten auch mitgestalten, ernst genommen werden und erleben, dass ihre Meinung etwas verändert. Was aber passiert, wenn junge Menschen immer wieder erfahren, dass ihre Perspektiven in politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen kaum berücksichtigt werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2025 zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Einsamkeit und politischer Selbstwirksamkeit. 60 Prozent der stark einsamen jungen Menschen glauben nicht daran, politische oder gesellschaftliche Veränderungen bewirken zu können. Unter den nicht einsamen Befragten sind es 42 Prozent. (<a href="https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2025/mai/die-einsamkeit-junger-menschen-ist-eine-gefahr-fuer-die-demokratie">Bertelsmann Stiftung, 2025</a>) Die Ergebnisse belegen keine einfache Ursache-Wirkungs-Beziehung. Sie verdeutlichen aber, wie eng soziale Zugehörigkeit, gesellschaftliche Anerkennung und politische Teilhabe miteinander verbunden sind. Wer sich dauerhaft übersehen fühlt, kann nicht nur das Vertrauen in andere Menschen verlieren, sondern auch das Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb bedeutet Einsamkeitsprävention auch, Beteiligungsmöglichkeiten zu schaffen. Junge Menschen müssen erfahren können, dass ihre Interessen zählen, dass sie Entscheidungen beeinflussen können und dass sie ein Teil dieser Gesellschaft sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was Jugendsozialarbeit gegen Einsamkeit leisten kann</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau hier liegt eine besondere Stärke der Jugendsozialarbeit. Fachkräfte der Mobilen Jugendarbeit, der Schulsozialarbeit und anderer Bereiche der Jugend(sozial)arbeit schaffen Räume, in denen junge Menschen Beziehungen aufbauen, soziale Erfahrungen sammeln und Selbstwirksamkeit erleben können. Für die Mobile Jugendarbeit ist dieses Ziel auch in den fachlichen Standards festgehalten. (<a href="https://www.lag-mobil.de/wp-content/uploads/2023/10/Fachliche-Standards-Mobile-Jugendarbeit-BW_MV2023.pdf">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg, 2023</a>)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei geht es nicht unbedingt um große Projekte oder spezielle pädagogische Programme. Manchmal beginnt es mit einer Fachkraft, die regelmäßig ansprechbar ist. Die sich für einen jungen Menschen interessiert, ohne sofort eine Veränderung zu erwarten. Die zuhört, auch wenn Gespräche zunächst oberflächlich bleiben. Die nachfragt und auch dann noch da ist, wenn etwas nicht funktioniert. Solche Beziehungen können die Grundlage dafür schaffen, dass junge Menschen neue soziale Erfahrungen machen. Denn wer gelernt hat, Ablehnung zu erwarten, braucht Erfahrungen, die dieser Erwartung widersprechen. Dafür benötigen Fachkräfte Zeit, Kontinuität und die Möglichkeit, tragfähige Beziehungen aufzubauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darauf aufbauend kann Jugendsozialarbeit soziale und emotionale Kompetenzen stärken: Gefühle wahrnehmen und ausdrücken, Konflikte bewältigen, auf andere zugehen, unterschiedliche Perspektiven verstehen oder mit Zurückweisung umgehen. Entscheidend ist dabei auch die Art der Rückmeldung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Statt Jugendliche durch Zuschreibungen wie „Du bist eben schüchtern“ auf bestimmte Eigenschaften festzulegen, kann es hilfreicher sein, konkrete Entwicklungen sichtbar zu machen: „Du hast heute jemanden angesprochen, obwohl dir das schwergefallen ist.“ Prozessbezogenes Feedback kann Entwicklungen sichtbar machen. Personenzuschreibungen können dagegen bestehende Selbstbilder verfestigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jugendsozialarbeit kann damit nicht nur soziale Kontakte ermöglichen, sondern junge Menschen dabei begleiten, ihre Beziehungen zunehmend selbstbestimmt zu gestalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sonderangebote für einsame Jugendliche?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Einsamkeit als gesellschaftliches Problem erkannt wird, entsteht schnell die Frage nach speziellen Angeboten für betroffene junge Menschen. Doch genau hier lohnt sich ein differenzierter Blick. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Einsame Jugendliche sind zunächst Jugendliche. Sie interessieren sich für Musik, Sport, Gaming, Freundschaften, Mode oder andere Dinge, genauso wie Gleichaltrige, die sich nicht einsam fühlen. Ein besonderes Angebot ausschließlich für „einsame Jugendliche“ kann deshalb auch problematisch sein. Denn Einsamkeit kann mit Scham verbunden sein. Wer möchte schon vor anderen zugeben müssen, dass er oder sie keine ausreichenden sozialen Beziehungen hat?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fachkräfte müssen dafür sensibilisiert werden, mögliche Anzeichen wahrzunehmen. Sozialer Rückzug, Unsicherheit in Beziehungen oder wiederkehrende Konflikte können Hinweise sein. Sie sind aber keine eindeutigen Belege für Einsamkeit. Es braucht eine professionelle Haltung, die nicht vorschnell bewertet, sondern nachfragt und es braucht Angebote, die an den Interessen junger Menschen ansetzen, ohne sie über ihre Schwierigkeiten zu definieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erreichbarkeit ist eine gemeinsame Aufgabe</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Herausforderung besteht darin, diejenigen jungen Menschen zu erreichen, die besonders unter Einsamkeit leiden. Denn Menschen, denen soziale Kontakte schwerfallen, suchen nicht zwangsläufig von sich aus nach Unterstützung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wichtiger Ansatzpunkt sind Schulen. Sie gehören zu den wenigen Orten, an denen ein großer Teil junger Menschen unabhängig von ihren Interessen, ihrem familiären Hintergrund oder ihrer sozialen Einbindung erreichbar ist. Das bedeutet nicht, dass Einsamkeitsprävention allein Aufgabe der Schule werden sollte. Vielmehr braucht es eine engere Zusammenarbeit zwischen Schulsozialarbeit, Mobiler Jugendarbeit, Offener Kinder- und Jugendarbeit, Vereinen, Beratungsstellen und weiteren Akteur:innen im Sozialraum. Schule kann ein Zugang sein. Mobile Jugendarbeit kann Beziehungen im Sozialraum stärken. Vereine und offene Angebote können neue Begegnungsmöglichkeiten eröffnen. Entscheidend ist, diese unterschiedlichen Zugänge miteinander zu verbinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einsamkeit lässt sich nicht von einer einzelnen Einrichtung oder Profession lösen. Es braucht gemeinsame Konzepte, abgestimmte Zugangswege und verlässliche Kooperationen. Dabei muss auch das gesellschaftliche Stigma von Einsamkeit abgebaut werden. Einsamkeit ist kein persönliches Versagen, sondern eine menschliche Erfahrung, die grundsätzlich jeden Menschen treffen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Beziehungen brauchen Zeit – Kürzungen gefährden genau diese Grundlage</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Anhaltende Einsamkeit ist nicht nur unangenehm. Sie steht in einem wechselseitigen Zusammenhang mit psychischen und körperlichen Erkrankungen. Einsamkeit kann krank machen, während gesundheitliche Belastungen wiederum Einsamkeit verstärken können. (<a href="https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/240424/9ecd4971c03a49960f102d161c4bab7b/20240530-factsheet-strategie-gegen-einsamkeit-data.pdf">Kompetenznetz Einsamkeit, 2024</a>) Die gesellschaftliche Bedeutung von Prävention ist damit offensichtlich. Gleichzeitig erleben wir jedoch, dass ausgerechnet jene Strukturen zunehmend unter Druck geraten, die soziale Beziehungen und gesellschaftliche Teilhabe fördern können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Erhebung aus dem Jahr 2026 zeigt, dass zahlreiche Einrichtungen von Kürzungen, steigenden Anforderungen und anhaltender Planungsunsicherheit betroffen sind. Die Einschränkungen betreffen unter anderem die Präsenz im Sozialraum und die Möglichkeiten frühzeitiger Unterstützung. (<a href="https://www.lag-mobil.de/kuerzungen-in-der-mobilen-jugendarbeit-streetwork/">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg, 2026</a>)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier entsteht ein grundlegender Widerspruch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir wissen, dass junge Menschen stabile Beziehungen benötigen. Wir wissen, dass Vertrauen nicht auf Knopfdruck entsteht. Und wir wissen, dass gerade belastete junge Menschen häufig besonders viel Zeit brauchen, bevor sie Unterstützung annehmen können. Gleichzeitig erwarten wir von der Jugendsozialarbeit, mit immer weniger Ressourcen auf immer komplexere Problemlagen zu reagieren. Wie soll Beziehungsarbeit gelingen, wenn die Bedingungen, unter denen Beziehungen entstehen können, immer unsicherer werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Fachkraft, die aufgrund knapper Ressourcen ständig zwischen akuten Krisen wechseln muss, hat weniger Möglichkeiten, langfristige Beziehungen zu gestalten. Ein Angebot, dessen Fortbestand regelmäßig infrage steht, kann jungen Menschen nur eingeschränkt jene Verlässlichkeit vermitteln, die sie benötigen. Und wenn Einrichtungen schließen oder Personalstellen wegfallen, verschwinden nicht nur Angebote. Es gehen auch gewachsene Beziehungen, Vertrauen und wichtige Zugänge verloren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jugendsozialarbeit wirkt – wenn wir sie wirken lassen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einsamkeit junger Menschen lässt sich nicht durch einzelne Projekte oder kurzfristige Maßnahmen beseitigen. Was wir brauchen, sind stabile soziale Strukturen, niedrigschwellige Begegnungsmöglichkeiten und Fachkräfte, die junge Menschen langfristig begleiten können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mobile Jugendarbeit und andere Bereiche der Jugendsozialarbeit schaffen dafür wichtige Voraussetzungen. Sie ermöglichen Zugehörigkeit, unterstützen bei der Gestaltung sozialer Beziehungen, fördern Selbstwirksamkeit und eröffnen Wege zu gesellschaftlicher Teilhabe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Arbeit ist häufig unspektakulär. Ihre Bedeutung zeigt sich nicht immer in kurzfristig messbaren Ergebnissen, sondern in Entwicklungen, die Zeit brauchen. In einem jungen Menschen, der sich wieder traut, auf andere zuzugehen. In einer Gruppe, die lernt, Konflikte gemeinsam auszutragen. Oder in der Erfahrung, mit den eigenen Bedürfnissen und Interessen ernst genommen zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer Einsamkeit bei jungen Menschen wirksam begegnen möchte, darf deshalb nicht nur zusätzliche Maßnahmen fordern. Er muss auch die bestehenden Strukturen stärken, die Beziehungen überhaupt erst ermöglichen. Dafür braucht es politische Anerkennung, verlässliche Finanzierung und langfristige Perspektiven für die Fachkräfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn gegen Einsamkeit helfen nicht allein mehr Kontakte. Es helfen Beziehungen, Zugehörigkeit und das Gefühl, einen Platz in der Gesellschaft zu haben.<strong><br></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quellen- und Literaturverzeichnis</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bertelsmann Stiftung (2025). <a href="https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2025/mai/die-einsamkeit-junger-menschen-ist-eine-gefahr-fuer-die-demokratie">Die Einsamkeit junger Menschen ist eine Gefahr für die Demokratie</a> (26. Mai 2025).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kompetenznetz Einsamkeit (2024). <a href="https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/240424/9ecd4971c03a49960f102d161c4bab7b/20240530-factsheet-strategie-gegen-einsamkeit-data.pdf">Factsheet – Einsamkeit in Deutschland</a> (auf Grundlage des Einsamkeitsbarometers 2024).</p>



<p class="wp-block-paragraph">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg (2026). <a href="https://www.lag-mobil.de/kuerzungen-in-der-mobilen-jugendarbeit-streetwork/">Kürzungen in der Mobilen Jugendarbeit/Streetwork</a> (30. April 2026).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Statistisches Bundesamt (2025). <a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Zeitverwendung/Ergebnisse/_inhalt.html">Wo bleibt die Zeit? Ergebnisse zur Zeitverwendung in Deutschland 2022</a>, Abschnitt „Einsamkeit“ (Aktualisierung vom 6. Juni 2025).</p>



<div style="background-color:#ffffff; border:1px solid #d2d2d2; border-left:7px solid #da3c15; padding:32px 36px; margin:30px 0;">

  <h2 style="margin-top:0; margin-bottom:18px;">
    ATLAS
  </h2>

  <p>
    Das Projekt <strong>ATLAS</strong> beobachtet und analysiert digitale Lebenswelten Jugendlicher und bereitet diese Erkenntnisse für die Fachpraxis auf. Ziel ist es, die Dynamiken dieser digitalen Räume besser zu verstehen und daraus Wege abzuleiten, wie reale <strong>Teilhabe</strong>, <strong>Beziehungen</strong> und <strong>Unterstützungsangebote</strong> für junge Menschen gestärkt werden können.
  </p>

  <p style="margin-bottom:0;">
    Das Projekt wird umgesetzt von der <strong>LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg e. V.</strong> und wird finanziert durch das <strong>Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit </strong> aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.
  </p>

</div>



<style>

/* =====================================
   ARTIKEL: EINSAMKEIT BEI JUNGEN MENSCHEN
   ===================================== */

/* Fließtext */
body.single-post .entry-content > p {
  font-size: 17px;
  line-height: 1.9;
  color: #383838;
  margin-bottom: 24px;
  letter-spacing: 0.1px;
}

/* Einleitung hervorheben */
body.single-post .entry-content > p:first-of-type {
  font-size: 19px;
  line-height: 1.85;
  color: #303030;
  font-weight: 400;
  margin-bottom: 32px;
}

/* Zwischenüberschriften */
body.single-post .entry-content > h2 {
  font-size: 25px;
  font-weight: 700;
  line-height: 1.4;
  color: #292929;

  margin-top: 52px;
  margin-bottom: 23px;

  padding-left: 18px;
  border-left: 4px solid #da3c15;
}

/* Kleinere Zwischenüberschriften */
body.single-post .entry-content > h3 {
  font-size: 21px;
  font-weight: 700;
  color: #333333;

  margin-top: 36px;
  margin-bottom: 18px;
}

/* Hervorhebungen im Fließtext */
body.single-post .entry-content > p strong {
  font-weight: 700;
  color: #292929;
}

/* Links im Artikel */
body.single-post .entry-content > p a,
body.single-post .entry-content > ul a,
body.single-post .entry-content > ol a {
  color: #c83b18;
  text-decoration: underline;
  text-decoration-color: #e9b5a5;
  text-underline-offset: 4px;
  transition: color 0.2s ease;
}

body.single-post .entry-content > p a:hover,
body.single-post .entry-content > ul a:hover,
body.single-post .entry-content > ol a:hover {
  color: #92290e;
}

/* Aufzählungen */
body.single-post .entry-content > ul,
body.single-post .entry-content > ol {
  font-size: 17px;
  line-height: 1.85;
  color: #383838;
  margin-bottom: 28px;
  padding-left: 28px;
}

body.single-post .entry-content > ul li,
body.single-post .entry-content > ol li {
  margin-bottom: 12px;
}

/* Mobilansicht */
@media (max-width: 768px) {

  body.single-post .entry-content > p {
    font-size: 16px;
    line-height: 1.8;
    margin-bottom: 20px;
  }

  body.single-post .entry-content > p:first-of-type {
    font-size: 17px;
    line-height: 1.8;
  }

  body.single-post .entry-content > h2 {
    font-size: 22px;
    margin-top: 38px;
    margin-bottom: 20px;
    padding-left: 14px;
  }

  body.single-post .entry-content > h3 {
    font-size: 19px;
  }

}

</style>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lag-mobil.de/einsamkeit-bei-jungen-menschen/">Einsamkeit bei jungen Menschen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lag-mobil.de">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württmberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Unsicherheit und Selbstwirksamkeit. Perspektiven für die Jugendsozialarbeit.</title>
		<link>https://www.lag-mobil.de/zwischen-unsicherheit-und-selbstwirksamkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katharina Huber]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2026 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ATLAS]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Lebenswelten]]></category>
		<category><![CDATA[Mobile Jugendarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstwirksamkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lag-mobil.de/?p=4153</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Haus, ein fester Arbeitsplatz, Ehe und nachbarschaftliche Beziehungen: Vieles, was lange mit der Vorstellung von Stabilität verbunden war, wird heute als weniger vorhersehbar oder planbar erlebt. Diese Sicherheiten waren nie für alle gleichermaßen erreichbar – und auch dort, wo sie bestanden, waren sie nie vollkommen sicher. Beziehungen konnten scheitern, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lag-mobil.de/zwischen-unsicherheit-und-selbstwirksamkeit/">Zwischen Unsicherheit und Selbstwirksamkeit. Perspektiven für die Jugendsozialarbeit.</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lag-mobil.de">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württmberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ein Haus, ein fester Arbeitsplatz, Ehe und nachbarschaftliche Beziehungen: Vieles, was lange mit der Vorstellung von Stabilität verbunden war, wird heute als weniger vorhersehbar oder planbar erlebt. Diese Sicherheiten waren nie für alle gleichermaßen erreichbar – und auch dort, wo sie bestanden, waren sie nie vollkommen sicher. Beziehungen konnten scheitern, Arbeitsplätze verloren gehen und Lebensentwürfe sich verändern. Trotzdem gab es eine verbreitete Vorstellung davon, dass bestimmte Entscheidungen und Lebenswege langfristige Stabilität schaffen können: Wer investiert, baut etwas auf. Wer sich bindet, schafft Verbindlichkeit. Wer Entscheidungen für die Zukunft trifft, kann mit einem gewissen Maß an Beständigkeit rechnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele junge Menschen erleben diese scheinbaren Gewissheiten heute weniger selbstverständlich. Wohnraum ist vielerorts schwer bezahlbar. Erwerbsbiografien verlaufen nicht immer geradlinig. Beziehungen und Lebensentwürfe verändern sich. Gleichzeitig gehören globale Krisen, gesellschaftliche Konflikte und schnelle technologische Veränderungen zum Alltag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit sind die Bedingungen des Aufwachsens heute nicht ohne Weiteres mit denen früherer Generationen vergleichbar. Und auch die Strategien, die junge Menschen entwickeln, um Verlässlichkeit herzustellen, sind andere.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Suche nach Sicherheit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir Fitness, digitale Communities, finanzielle Selbstoptimierung oder scheinbar belanglose Konsumtrends vor diesem Hintergrund aus einer anderen Perspektive betrachten, ist vielleicht vieles gar nicht so belanglos. Möglicherweise verbirgt sich dahinter ein gemeinsames Bedürfnis vieler junger Menschen: die Suche nach Sicherheit. Der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit kann beispielsweise mehr bedeuten als das Streben nach Wohlstand. Er kann Ausdruck des Bedürfnisses sein, möglichst wenig von unsicheren äußeren Umständen abhängig zu sein.</p>



<details class="wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow"><summary><strong><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-primary-color">Exkurs: Wenn gesellschaftliche Risiken zur persönlichen Aufgabe werden</mark></strong></summary>
<p class="has-lightgrey-background-color has-background wp-block-paragraph">Soziologen wie Ulrich Beck und Pierre Bourdieu haben auf unterschiedliche Weise beschrieben, wie stark individuelle Lebenswege von gesellschaftlichen Strukturen geprägt sind. Ulrich Beck machte die <strong>Individualisierung</strong> zu einem zentralen Begriff seiner Gesellschaftsanalyse: Traditionelle Sicherheiten und vorgegebene Lebenswege verlieren an Verbindlichkeit, während Einzelne ihre Biografie zunehmend selbst gestalten und Entscheidungen treffen müssen (vgl. Beck 1986, S. 206, 216–217). Pierre Bourdieu zeigte zugleich, dass die dafür verfügbaren Ressourcen sehr ungleich verteilt sind. Ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital – etwa finanzielle Mittel, Bildung und soziale Netzwerke – beeinflussen die tatsächlichen Handlungsmöglichkeiten eines Menschen und werden wesentlich durch seine soziale Herkunft mitgeprägt (vgl. Bourdieu 1983, S. 185–191). Didier Eribon knüpft daran insbesondere mit Blick auf <strong>soziale Herkunft und Klassenzugehörigkeit</strong> an. Seine Arbeiten verdeutlichen, wie stark die Sozialisation im Herkunftsmilieu auch dann weiterwirkt, wenn Menschen sozial aufsteigen oder sich von diesem Milieu entfernen (vgl. Eribon 2016, S. 12).<br><br>Beck, Ulrich (1986): <em>Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne.</em> Frankfurt am Main: Suhrkamp.<br>Bourdieu, Pierre (1983): „Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital“. In: Reinhard Kreckel (Hrsg.): <em>Soziale Ungleichheiten</em>. Soziale Welt, Sonderband 2. Göttingen: Otto Schwartz, S. 183–198.<br>Eribon, Didier (2016): <em>Rückkehr nach Reims.</em> Aus dem Französischen von Tobias Haberkorn. Berlin: Suhrkamp.</p>
</details>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Beziehungen werden teilweise stärker unter dem Gesichtspunkt persönlicher Absicherung betrachtet. Finanzielle Eigenständigkeit, klare Absprachen oder Eheverträge müssen dann nicht zwangsläufig als Ausdruck mangelnden Vertrauens verstanden werden, sondern können auch als Versuch gesehen werden, Sicherheit in einer potenziell veränderlichen Zukunft herzustellen. Gleichzeitig gewinnen digitale Gemeinschaften an Bedeutung. Menschen finden über gemeinsame Interessen, Erfahrungen, Humor oder Lebenssituationen zueinander – unabhängig davon, ob sie am selben Ort leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Begegnungen selbst werden stärker organisiert und kuratiert: über Messenger, Plattformen, Dating-Apps, organisierte Freizeitangebote oder digitale Communities. Gemeinschaft verschwindet dadurch nicht unbedingt. Aber sie verändert ihre Form – und wird häufiger bewusst gesucht, geplant und gestaltet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ähnliches lässt sich auch in einem anderen Bereich beobachten: Dort, wo soziale Beziehungen und Lebensumstände weniger selbstverständlich oder vorhersehbar erscheinen, können vertraute Dinge und wiederkehrende Routinen eine besondere Bedeutung bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wenn Dinge und Routinen Halt geben</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesem Hintergrund werden auch Trends interessant, die auf den ersten Blick oberflächlich oder rätselhaft wirken können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sammelfiguren, bestimmte Marken, Kuscheltiere für Erwachsene oder andere persönliche Gegenstände, die als emotionale Anker dienen können, werden schnell als bloße Konsumphänomene belächelt. Doch Dinge können auch emotionale Funktionen übernehmen. Sie können Erinnerungen tragen, Zugehörigkeit ausdrücken, Routinen schaffen oder Trost vermitteln. Das bedeutet nicht, dass jeder Konsum psychologisch aufgeladen werden muss. Aber es lohnt sich, danach zu fragen, warum gerade Dinge attraktiv werden, die Vertrautheit, Wiedererkennbarkeit und das Gefühl von Beständigkeit versprechen. Vielleicht geht es manchmal weniger um das Produkt selbst als um das Gefühl dahinter: etwas zu besitzen, das bleibt, vertraut ist und sich kontrollieren lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Boom von Fitnessstudios lässt sich aus dieser Perspektive betrachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Training gehört für viele junge Menschen längst selbstverständlich zum Alltag. Häufig wird darüber vor allem im Zusammenhang mit Schönheitsidealen, Körperbildern oder Selbstoptimierung gesprochen. Diese Aspekte spielen zweifellos eine Rolle. Gleichzeitig bietet Training etwas, das in anderen Lebensbereichen nicht immer selbstverständlich ist: eine relativ unmittelbare Erfahrung von Ursache und Wirkung. Wer regelmäßig trainiert, bemerkt Fortschritte. Gewichte können gesteigert werden, Bewegungen fallen leichter, die Ausdauer verbessert sich. Wer Zeit und Energie investiert, kann Veränderungen beobachten. In einer Welt, in der viele langfristige Ziele unsicher erscheinen, kann diese Erfahrung besonders attraktiv sein. Der eigene Körper wird zu einem Bereich, auf den unmittelbarer Einfluss genommen werden kann. Training schafft Routinen, Struktur und messbare Entwicklung. Damit kann das Fitnessstudio auch ein Ort der Selbstwirksamkeit sein: Ich tue etwas – und ich kann erleben, dass mein Handeln einen Unterschied macht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dieser Perspektive erscheinen manche aktuellen Jugendphänomene weniger als Ausdruck von Oberflächlichkeit, Narzissmus oder mangelnder Belastbarkeit. Solche Motive können durchaus eine Rolle spielen – sie erklären die Phänomene aber nicht vollständig. Vielleicht erleben wir vielmehr unterschiedliche Versuche junger Menschen, unter Bedingungen von Unsicherheit trotzdem Nähe, Orientierung, Geborgenheit und Selbstwirksamkeit herzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was bedeutet das für die Jugendsozialarbeit?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Jugendsozialarbeit lässt sich daraus zunächst eine grundlegende Haltung ableiten:<br></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-primary-color"><strong>Im Mittelpunkt sollten die Probleme stehen, die Jugendliche haben, und nicht in erster Linie die Probleme, die sie machen</strong>.</mark></p>
<cite>Franz Josef Krafeld</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Perspektive bedeutet nicht, problematisches Verhalten auszublenden oder jede Entwicklung unkritisch zu betrachten. Natürlich ist es wichtig, mögliche problematische Entwicklungen zu erkennen: Finanzielle Selbstoptimierung kann Druck erzeugen, Körperbilder können belastend werden, digitale Gemeinschaften können ausgrenzen oder problematische Dynamiken entwickeln und Konsum kann zum Ersatz für andere Formen der Bedürfnisbefriedigung werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber ebenso wichtig ist es, die dahinterliegenden Bedürfnisse in den Blick zu nehmen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Hinter dem Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit kann ein Bedürfnis nach Stabilität stehen.</li>



<li>Hinter digitalen Gemeinschaften kann die Suche nach Zugehörigkeit liegen.</li>



<li>Hinter intensivem Training kann das Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit stehen.</li>



<li>Hinter Konsumtrends können Trost, Identifikation, Orientierung oder emotionale Sicherheit eine Rolle spielen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Hinter sehr unterschiedlichen Verhaltensweisen könnten damit ähnliche Fragen stehen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wo gehöre ich hin?</li>



<li>Worauf kann ich mich verlassen?</li>



<li>Was kann ich selbst beeinflussen?</li>



<li>Wo finde ich Halt, wenn vieles um mich herum unsicher erscheint?</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Jugendsozialarbeit kann genau an diesen Fragen ansetzen und versuchen zu verstehen, welche Bedürfnisse diese Strategien erfüllen. Wenn wir das Bedürfnis hinter einem Verhalten erkennen, können wir junge Menschen dabei unterstützen, tragfähige Formen von Sicherheit zu entwickeln – durch Beziehungen, Gemeinschaft, Selbstwirksamkeit und die Erfahrung, mit den eigenen Fragen und Bedürfnissen ernst genommen zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn vielleicht ist die größere Geschichte hinter Fitnessstudios, Social Media, Dating, Finanztrends oder der nächsten Sammelfigur gar nicht der jeweilige Trend. Vielleicht ist es die Geschichte einer Generation, die versucht, in einer schwer vorhersehbaren Welt Orte zu finden, an denen sie sich sicher, verbunden und handlungsfähig fühlt. </p>



<div style="background-color:#ffffff; border:1px solid #d2d2d2; border-left:7px solid #da3c15; padding:32px 36px; margin:30px 0;">

  <h2 style="margin-top:0; margin-bottom:18px;">
    ATLAS
  </h2>

  <p>
    Das Projekt <strong>ATLAS</strong> beobachtet und analysiert digitale Lebenswelten Jugendlicher und bereitet diese Erkenntnisse für die Fachpraxis auf. Ziel ist es, die Dynamiken dieser digitalen Räume besser zu verstehen und daraus Wege abzuleiten, wie reale <strong>Teilhabe</strong>, <strong>Beziehungen</strong> und <strong>Unterstützungsangebote</strong> für junge Menschen gestärkt werden können.
  </p>

  <p style="margin-bottom:0;">
    Das Projekt wird umgesetzt von der <strong>LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg e. V.</strong> und wird finanziert durch das <strong>Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit </strong> aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.
  </p>

</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lag-mobil.de/zwischen-unsicherheit-und-selbstwirksamkeit/">Zwischen Unsicherheit und Selbstwirksamkeit. Perspektiven für die Jugendsozialarbeit.</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lag-mobil.de">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württmberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Digitale Lebenswelten verstehen: ATLAS macht Entwicklungen für die Praxis greifbar</title>
		<link>https://www.lag-mobil.de/digitale-lebenswelten-verstehen-atlas-macht-entwicklungen-fuer-die-praxis-greifbar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tamara Wagner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2026 05:52:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ATLAS]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Lebenswelten]]></category>
		<category><![CDATA[Mobile Jugendarbeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lag-mobil.de/?p=4199</guid>

					<description><![CDATA[<p>TikTok, algorithmisch zusammengestellte Feeds, digitale Beziehungen oder Künstliche Intelligenz: Digitale Räume sind selbstverständlicher Bestandteil der Lebenswelten junger Menschen. Für die Jugendsozialarbeit stellt sich deshalb zunehmend die Frage, wie diese Entwicklungen wahrgenommen, eingeordnet und in der pädagogischen Praxis aufgegriffen werden können. Genau hier setzt ATLAS an. Ein Schwerpunkt des Projekts liegt [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lag-mobil.de/digitale-lebenswelten-verstehen-atlas-macht-entwicklungen-fuer-die-praxis-greifbar/">Digitale Lebenswelten verstehen: ATLAS macht Entwicklungen für die Praxis greifbar</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lag-mobil.de">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württmberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">TikTok, algorithmisch zusammengestellte Feeds, digitale Beziehungen oder Künstliche Intelligenz: Digitale Räume sind selbstverständlicher Bestandteil der Lebenswelten junger Menschen. Für die Jugendsozialarbeit stellt sich deshalb zunehmend die Frage, wie diese Entwicklungen wahrgenommen, eingeordnet und in der pädagogischen Praxis aufgegriffen werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau hier setzt ATLAS an. Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der ethnografischen Beobachtung digitaler Räume. Mit mehreren projektbezogenen TikTok-Profilen untersucht das Team, welche Inhalte in Feeds sichtbar werden, wie sie sich algorithmisch verdichten und welche Narrative, Rollenbilder und gesellschaftlichen Deutungen dabei hervortreten. Die Beobachtungen werden anschließend fachlich eingeordnet und für die Praxis aufbereitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit verschiedenen Formaten macht ATLAS diese Erkenntnisse für Fachkräfte zugänglich. Die wöchentlichen „ATLAS Notes“ geben kompakte Einblicke in aktuelle Beobachtungen aus digitalen Räumen. Im „ATLAS Update“ können konkrete Trends und Fragestellungen gemeinsam diskutiert werden. Bei „ATLAS Connect“ ergänzen externe Expert:innen diese Perspektiven mit Fachimpulsen zu aktuellen digitalen Themen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem geplanten „ATLAS Toolkit“ wird das Angebot weiter ausgebaut. Vorgesehen sind unter anderem Handreichungen, Checklisten, Videos und E-Learning-Bausteine zu Medienkompetenz, Fake News und problematischen Inhalten, Meldestellen und Onlineberatungen sowie zur Kontakt-, Beratungs- und Beziehungsgestaltung in digitalen Räumen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bisherige Arbeit macht deutlich: Digitale und analoge Lebenswelten lassen sich in der Jugendsozialarbeit nicht getrennt betrachten. Beziehungen, Teilhabe, Orientierung und Risiken sind heute wesentlich durch digitale Medien und Kommunikationsformen mitgeprägt. ATLAS unterstützt Fachkräfte dabei, diese Entwicklungen fachlich einzuordnen und sozialpädagogische Praxis zunehmend auch digital und hybrid zu denken.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lag-mobil.de/digitale-lebenswelten-verstehen-atlas-macht-entwicklungen-fuer-die-praxis-greifbar/">Digitale Lebenswelten verstehen: ATLAS macht Entwicklungen für die Praxis greifbar</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lag-mobil.de">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württmberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gefühle im Feed: Ein Thema für die Jugendsozialarbeit</title>
		<link>https://www.lag-mobil.de/gefuehle-im-feed-ein-thema-fuer-die-jugendsozialarbeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katharina Huber]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2026 05:45:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ATLAS]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Lebenswelten]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lag-mobil.de/?p=4148</guid>

					<description><![CDATA[<p>Empörung, Konflikte und Provokation sind in sozialen Medien nichts Neues. Verändert hat sich jedoch, wie präzise Plattformen inzwischen erfassen können, welche Inhalte Menschen beschäftigen – und wie konsequent Empfehlungssysteme auf diese Signale reagieren. Aufmerksamkeit ist die zentrale Währung sozialer Medien. Empfehlungssysteme berücksichtigen unter anderem, welche Inhalte angesehen, kommentiert, geteilt oder [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lag-mobil.de/gefuehle-im-feed-ein-thema-fuer-die-jugendsozialarbeit/">Gefühle im Feed: Ein Thema für die Jugendsozialarbeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lag-mobil.de">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württmberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Empörung, Konflikte und Provokation sind in sozialen Medien nichts Neues. Verändert hat sich jedoch, wie präzise Plattformen inzwischen erfassen können, welche Inhalte Menschen beschäftigen – und wie konsequent Empfehlungssysteme auf diese Signale reagieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufmerksamkeit ist die zentrale Währung sozialer Medien. Empfehlungssysteme berücksichtigen unter anderem, welche Inhalte angesehen, kommentiert, geteilt oder erneut aufgerufen werden. Das kann Inhalten einen Vorteil verschaffen, die starke Reaktionen hervorrufen. Denn wenn Empörung, Sorge oder Faszination dazu führen, dass Menschen länger bei einem Beitrag bleiben oder stärker mit ihm interagieren, werden genau diese Reaktionen zu Signalen dafür, dass ein Inhalt relevant sein könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade auf TikTok wird dieser Mechanismus besonders sichtbar. Der „Für dich“-Feed orientiert sich stark am bisherigen Nutzungsverhalten. Dabei lässt sich aus einem Verhalten aber nicht ohne Weiteres ablesen, warum jemand bei einem Inhalt hängen bleibt: aus Interesse oder Zustimmung, aus Sorge, Ärger oder vielleicht gerade deshalb, weil ein Thema belastet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daraus kann ein paradoxes Ergebnis entstehen. Menschen möchten einen schwierigen emotionalen Zustand vielleicht hinter sich lassen und begegnen dennoch immer wieder Inhalten, die genau diese Gefühle aufgreifen. Wer sich intensiv mit einem frustrierenden Thema beschäftigt, kann auf weitere Beiträge dazu stoßen. Wer sich über gesellschaftliche Entwicklungen ärgert, bekommt möglicherweise weitere Beispiele angezeigt, die diesen Ärger erneut ansprechen. Und wer sich in einer belastenden Lebensphase mit entsprechenden Inhalten beschäftigt, kann Themen immer wieder im Feed begegnen, die diese Erfahrungen präsent halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dahinter muss keine bewusste Absicht stehen, negative Gefühle zu verstärken. Es kann aus der Logik personalisierter Empfehlung entstehen: Was Aufmerksamkeit erhält, wird als Interesse interpretiert – auch wenn der Grund für diese Aufmerksamkeit ein unangenehmes Gefühl ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie schwer es Jugendlichen teilweise fällt, die eigene Nutzung zu regulieren, zeigt die JIM-Studie 2025: 68 Prozent der befragten 12- bis 19-Jährigen geben an, häufig mehr Zeit am Handy zu verbringen, als sie ursprünglich geplant hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Jugendsozialarbeit ist es deshalb wichtig, nicht nur über Algorithmen, Datenschutz oder Bildschirmzeiten zu sprechen. Ebenso relevant ist die Frage, welche Emotionen digitale Plattformen bei jungen Menschen immer wieder ansprechen. Wann wird aus Interesse eine dauerhafte Beschäftigung mit einem Thema? Wann wird aus Betroffenheit eine Schleife, aus der man nur schwer herausfindet? Und wann entsteht durch den eigenen Feed der Eindruck, die Welt bestehe vor allem aus Konflikten, Krisen und Problemen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier kann Jugendsozialarbeit ansetzen – nicht mit pauschalen Verboten, sondern mit Reflexionsräumen. Jugendliche brauchen Orte, an denen sie über ihre digitalen Erfahrungen sprechen können. Fragen wie „Warum bin ich an diesem Video hängen geblieben?“, „Wie habe ich mich nach zehn Minuten Scrollen gefühlt?“ oder „Welche Inhalte lösen bei mir immer wieder dieselbe Emotion aus?“ können helfen, die eigene Mediennutzung bewusster wahrzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jugendsozialarbeit kann junge Menschen dabei unterstützen, ihre Reflexions-, Urteils- und Handlungskompetenzen zu stärken, um sich selbstbestimmt in digitalen Lebenswelten zu bewegen und diese kritisch zu reflektieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht sollten wir im Umgang mit TikTok, Instagram oder anderen Plattformen deshalb nicht nur fragen: <em>„Wie viel Zeit verbringen Jugendliche dort?“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern auch: <em>„Mit welchen Gefühlen verbringen sie diese Zeit – und welche davon bleiben, wenn der Feed längst geschlossen ist?“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Hilfreich dafür können zum Beispiel die Materialien und&nbsp; Methoden von <a href="https://www.klicksafe.de/materialien">Klicksafe</a> und <a href="https://demokratie.jff.de/methoden/">JFF &#8211; Institut für Medienpädagogik</a> sein.</p>



<div style="background-color:#ffffff; border:1px solid #d2d2d2; border-left:7px solid #da3c15; padding:32px 36px; margin:30px 0;">

  <h2 style="margin-top:0; margin-bottom:18px;">
    ATLAS
  </h2>

  <p>
    Das Projekt <strong>ATLAS</strong> beobachtet und analysiert digitale Lebenswelten Jugendlicher und bereitet diese Erkenntnisse für die Fachpraxis auf. Ziel ist es, die Dynamiken dieser digitalen Räume besser zu verstehen und daraus Wege abzuleiten, wie reale <strong>Teilhabe</strong>, <strong>Beziehungen</strong> und <strong>Unterstützungsangebote</strong> für junge Menschen gestärkt werden können.
  </p>

  <p style="margin-bottom:0;">
    Das Projekt wird umgesetzt von der <strong>LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg e. V.</strong> und wird finanziert durch das <strong>Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit </strong> aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.
  </p>

</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lag-mobil.de/gefuehle-im-feed-ein-thema-fuer-die-jugendsozialarbeit/">Gefühle im Feed: Ein Thema für die Jugendsozialarbeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lag-mobil.de">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württmberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ernst genommen werden: Die positiven Seiten sozialer Medien für Kinder und Jugendliche </title>
		<link>https://www.lag-mobil.de/ernst-genommen-werden-die-positiven-seiten-sozialer-medien-fuer-kinder-und-jugendliche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katharina Huber]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Aug 2026 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ATLAS]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Lebenswelten]]></category>
		<category><![CDATA[Medienbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Mobile Jugendarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lag-mobil.de/?p=4030</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Debatten über soziale Medien kreisen häufig um Risiken: Desinformation, Cybermobbing, Radikalisierung, Sucht oder Leistungsdruck. Diese Aspekte sind wichtig. Gleichzeitig geraten dabei oft die Erfahrungen aus dem Blick, die Kinder und Jugendliche selbst als bedeutsam beschreiben. Wer verstehen möchte, warum soziale Medien einen festen Platz im Alltag junger Menschen haben, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lag-mobil.de/ernst-genommen-werden-die-positiven-seiten-sozialer-medien-fuer-kinder-und-jugendliche/">Ernst genommen werden: Die positiven Seiten sozialer Medien für Kinder und Jugendliche </a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lag-mobil.de">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württmberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Debatten über soziale Medien kreisen häufig um Risiken: Desinformation, Cybermobbing, Radikalisierung, Sucht oder Leistungsdruck. Diese Aspekte sind wichtig. Gleichzeitig geraten dabei oft die Erfahrungen aus dem Blick, die Kinder und Jugendliche selbst als bedeutsam beschreiben. Wer verstehen möchte, warum soziale Medien einen festen Platz im Alltag junger Menschen haben, muss auch ihre <strong>positiven Funktionen</strong> betrachten.&nbsp;</p>



<p class="has-link-color wp-elements-5 wp-block-paragraph">Für viele Kinder und Jugendliche ist das Internet der Ort, an dem ihr <strong>Alter keine Rolle</strong> spielt. In Foren, Chats, Onlinespielen oder auf Social-Media-Plattformen werden Beiträge nicht immer zuerst nach dem Lebensalter bewertet, sondern nach ihrem Inhalt. Manche Kinder und Jugendlichen erleben dort erstmals, dass ihre Meinungen ernst genommen werden. Sie können sich ausprobieren, Rollen testen, Kompetenzen zeigen oder sich in Diskussionen behaupten. Die digitale Kommunikation eröffnet dadurch Räume für Identitätsarbeit und <a href="https://d-nb.info/1298437105/34">Selbstdarstellung</a>, die für Heranwachsende eine wichtige <a href="https://www.bildungsserver.de/sozialpaedagogik/forschung-jugend-digitale-medien-12886-de.html">Entwicklungsaufgabe</a> darstellen.</p>



<p class="has-link-color wp-elements-6 wp-block-paragraph">Gerade diese Möglichkeit, sich anders zu präsentieren als im unmittelbaren Alltag, wird oft kritisch betrachtet. Zugleich gehört sie zu den klassischen Entwicklungsschritten junger Menschen. Jugendliche suchen nach Antworten auf die Frage, wer sie sind und wie sie von anderen wahrgenommen werden möchten. Digitale Räume bieten dafür zusätzliche Bühnen. <a href="https://www.mimikama.org/die-online-identitaet-von-jugendlichen/">Avatare</a>, Profile oder Pseudonyme können helfen, unterschiedliche Seiten der eigenen <strong>Persönlichkeit auszuprobieren und Zugehörigkeit zu erfahren</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer häufig unterschätzter Aspekt ist das Teilen von Inhalten. Wer ein Meme verschickt, einen Beitrag weiterleitet oder einen Reel mit Freundinnen und Freunden teilt, übermittelt mehr als nur Informationen. Das <strong>Teilen ist eine soziale Handlung</strong>. Es schafft Verbindung.&nbsp;</p>



<p class="has-link-color wp-elements-7 wp-block-paragraph">Denn wer seine Likes, Memes oder gespeicherten Beiträge zeigt, zeigt oft auch etwas von sich selbst: seinen Humor, seine Interessen, seine Aufmerksamkeit für bestimmte Themen und kleine, sonst unbeobachtete Momente des Alltags. Das <a href="https://www.mimikama.org/psychologie-des-teilens-social-media/">Teilen digitaler Inhalte</a> wird damit zu einer Form alltäglicher <a href="https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/parasozialitaet-digitale-beziehungen-100.html">Beziehungspflege</a>. Es signalisiert: &#8216;Das hat mich an dich erinnert&#8217; oder &#8216;Darüber musste ich lachen und möchte das mit dir teilen.&#8217;</p>



<p class="has-link-color wp-elements-8 wp-block-paragraph"><a href="https://socialmedia-institute.com/memes-und-ihre-wirkung/">Memes</a> übernehmen dabei eine besondere Funktion. Sie wirken häufig wie digitale Insiderwitze. Wer ein Meme versteht, teilt einen kulturellen Kontext mit anderen. So entstehen Gemeinschaftsgefühle und gemeinsame Bezugspunkte. Forschung zu digitalen Kulturen beschreibt Memes deshalb nicht nur als Unterhaltung, sondern auch als Werkzeuge sozialer Vernetzung und <strong>kollektiver Identitätsbildung</strong>.<br>Soziale Medien helfen Jugendlichen außerdem dabei, Beziehungen aufrechtzuerhalten und Freundschaften im Alltag zu pflegen. Gemeinschaft entsteht dabei nicht ausschließlich durch persönliche Treffen, sondern auch durch Nachrichten, Reaktionen auf Beiträge oder das Teilen gemeinsamer Inhalte. Gerade kleine digitale Gesten können Nähe herstellen und das Gefühl vermitteln, miteinander verbunden zu sein, auch wenn man sich nicht regelmäßig sieht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt der globale Charakter vieler Plattformen. Jugendliche erhalten Einblicke in Lebenswelten, Kulturen und Perspektiven, die weit über ihr unmittelbares Umfeld hinausgehen. Sie können Menschen mit ähnlichen Interessen entdecken, internationale Debatten verfolgen und Erfahrungen kennenlernen, die sich deutlich von den eigenen unterscheiden. So können soziale Medien dazu beitragen, den <strong>Blick über den eigenen Tellerrand</strong> zu erweitern und Offenheit für unterschiedliche Sichtweisen zu fördern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über soziale Medien werden zudem <strong>gemeinsame Erfahrungen</strong> geschaffen. Ein virales Video, ein populäres Meme oder ein aktueller Trend werden zu Gesprächsanlässen auf dem Schulhof, in Messenger-Gruppen oder Vereinen. Digitale Inhalte bleiben nicht im Digitalen. Sie werden Teil gemeinsamer Erinnerungen und sozialer Beziehungen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies bedeutet nicht, die Risiken sozialer Medien auszublenden. Vielmehr hilft ein differenzierter Blick: Kinder und Jugendliche nutzen digitale Plattformen nicht ausschließlich zur Unterhaltung. Sie suchen <strong>Anerkennung, Gemeinschaft, Ausdrucksmöglichkeiten und Resonanz</strong>. Wer soziale Medien nur als Problem betrachtet, übersieht einen wichtigen Teil ihrer Lebenswelt.&nbsp; Die Soziale Arbeit muss beides zusammendenken: Schutz und Befähigung. Kinder und Jugendliche brauchen Unterstützung im Umgang mit Risiken. Gleichzeitig verdienen ihre positiven Erfahrungen und vor allem die damit verbundenen Bedürfnisse Aufmerksamkeit.</p>



<div style="background-color:#ffffff; border:1px solid #d2d2d2; border-left:7px solid #da3c15; padding:32px 36px; margin:30px 0;">

  <h2 style="margin-top:0; margin-bottom:18px;">
    ATLAS
  </h2>

  <p>
    Das Projekt <strong>ATLAS</strong> beobachtet und analysiert digitale Lebenswelten Jugendlicher und bereitet diese Erkenntnisse für die Fachpraxis auf. Ziel ist es, die Dynamiken dieser digitalen Räume besser zu verstehen und daraus Wege abzuleiten, wie reale <strong>Teilhabe</strong>, <strong>Beziehungen</strong> und <strong>Unterstützungsangebote</strong> für junge Menschen gestärkt werden können.
  </p>

  <p style="margin-bottom:0;">
    Das Projekt wird umgesetzt von der <strong>LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg e. V.</strong> und wird finanziert durch das <strong>Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit </strong> aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.
  </p>

</div>



<h2 class="wp-block-heading"></h2>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lag-mobil.de/ernst-genommen-werden-die-positiven-seiten-sozialer-medien-fuer-kinder-und-jugendliche/">Ernst genommen werden: Die positiven Seiten sozialer Medien für Kinder und Jugendliche </a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lag-mobil.de">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württmberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>75 Tage und der Feed läuft weiter…</title>
		<link>https://www.lag-mobil.de/75-tage-und-der-feed-laeuft-weiter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katharina Huber]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Jul 2026 04:49:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ATLAS]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Lebenswelten]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Medienbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Mobile Jugendarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[TikTok]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lag-mobil.de/?p=3923</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ich führe diese Beobachtung bewusst auf verschiedenen Profilen durch. Nicht, weil ich TikTok verstehen will wie ein technisches System, das sich vollständig entschlüsseln lässt. Sondern weil ich nachvollziehen möchte, welche Inhalte jungen Menschen begegnen können, welche Stimmungen sich verdichten und welche Fragen daraus für die Praxis entstehen. Ich schaue also [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lag-mobil.de/75-tage-und-der-feed-laeuft-weiter/">75 Tage und der Feed läuft weiter…</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lag-mobil.de">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württmberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ich führe diese Beobachtung bewusst auf verschiedenen Profilen durch. Nicht, weil ich TikTok verstehen will wie ein technisches System, das sich vollständig entschlüsseln lässt. Sondern weil ich nachvollziehen möchte, <strong>welche Inhalte jungen Menschen begegnen können, welche Stimmungen sich verdichten und welche Fragen daraus für die Praxis entstehen.</strong> Ich schaue also nicht beiläufig. <strong>Ich dokumentiere, vergleiche, halte fest.</strong> Und trotzdem merke ich, wie schwer es ist, innerlich auf Abstand zu bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Anfang konnte ich vieles noch klarer nebeneinanderlegen. Ein politischer Kommentar, ein emotionales Video, eine steile Behauptung, dazwischen etwas Harmloses. Ich habe gescrollt, registriert, eingeordnet. Mit dem professionellen Anspruch, nicht vorschnell zu bewerten, sondern Muster zu erkennen. Doch mit der Zeit verschiebt sich etwas. <strong>Bestimmte Deutungen tauchen häufiger auf als andere. Kritik wird sichtbarer als Einordnung. Empörung greifbarer als Kontext. Misstrauen leichter verfügbar als Vertrauen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade für die pädagogische Praxis ist diese Verschiebung relevant. Denn viele Inhalte wirken nicht auf den ersten Blick problematisch. Sie erscheinen als Meinung, Unterhaltung, Witz, Erfahrungsbericht oder scheinbar harmlose Alltagsbeobachtung. Manchmal enthalten sie einen wahren Kern. Manchmal klingen sie plausibel. Manchmal werden sie erst im Zusammenspiel mit anderen Videos, Kommentaren und Wiederholungen wirksam. Genau darin liegt für mich eine Herausforderung: <strong>Problematische Inhalte sind nicht immer eindeutig markiert. Sie kommen eingebettet in Alltag, Humor und Musik.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich merke, wie anstrengend es wird, jede Behauptung zu prüfen. Viele Videos enthalten scheinbare Fakten, Andeutungen oder Erklärungen, die eigentlich Recherche bräuchten. Wer sagt das? Woher kommt die Information? Was fehlt? Was ist Zuspitzung, was ist belegbar? Diese Fragen stelle ich mir immer wieder. Aber <strong>je schneller der nächste Inhalt erscheint, desto schwerer wird es, ihnen konsequent nachzugehen.</strong> Wenn mir das bereits in einer begrenzten, reflektierten Beobachtungssituation so geht, frage ich mich, <strong>wie es jungen Menschen geht, die solche Inhalte nicht analysieren, sondern in ihren Alltag integriert erleben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders beschäftigten mich die Kommentare. Wenn unter einem Video, das mir fragwürdig erscheint, viele Menschen zustimmen, verschiebt sich mein Eindruck. Dann steht dort nicht nur eine Behauptung. Es entsteht der Eindruck, sie werde von vielen geteilt. <strong>Zustimmung wird zu einer Kulisse. Sie macht eine Aussage nicht wahrer, aber sie kann sie wirklicher erscheinen lassen.</strong> Für junge Menschen, die Zugehörigkeit suchen, Orientierung brauchen oder sich eine Meinung erst bilden, kann diese sichtbare Zustimmung eine eigene Wirkung entfalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei will ich nicht unterschlagen, dass es auch andere Inhalte gibt. Ich sehe hilfreiche, kreative, lustige, tröstende und kluge Videos. Inhalte, die Wissen vermitteln, Identität stärken oder entlasten können. Auch das gehört zur Beobachtung. <strong>TikTok ist nicht nur ein Problemraum. Aber es ist ein Raum, in dem sehr Unterschiedliches unmittelbar nebeneinandersteht.</strong> Kriegsszenen neben Gaming-Clips. Politische Zuspitzung neben Beauty-Trends. Alltagsnähe neben Desinformation. Diese Gleichzeitigkeit macht Einordnung anspruchsvoll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich wird zunehmend deutlich, dass <strong>Medienbildung nicht nur dort ansetzen kann, wo Inhalte offensichtlich falsch oder extrem sind. Sie muss auch danach fragen, wie Wahrnehmung entsteht.</strong> Was macht Wiederholung mit dem Gefühl dafür, was normal ist? Was macht emotionale Aufladung mit der Bereitschaft, zu prüfen? Was macht sichtbare Zustimmung mit dem Eindruck von Wahrheit? Und was bedeutet es, wenn Vertrauen in Institutionen, Demokratie oder klassische Informationsquellen immer wieder infrage gestellt wird, ohne dass Hintergründe ausreichend sichtbar werden?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders schwer wird es, wenn ich merke, dass <strong>mein eigener analytischer Blick erschöpft.</strong> Wenn ich lange versuche, Muster zu erkennen, finde ich irgendwann fast überall Muster. Selbst harmlose Videos erscheinen mir dann nicht mehr ganz harmlos. Ich frage mich, warum mir gerade das angezeigt wird, welche Botschaft darin liegen könnte, welche Logik dahintersteht. Für die Beobachtung ist dieser Blick notwendig. Gleichzeitig zeigt er mir, <strong>wie belastend es sein kann, sich dauerhaft in einer Umgebung zu bewegen, die ständig bewertet, behauptet, emotionalisiert und beschleunigt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich verbringe bewusst nur begrenzte Zeit in diesen Feeds. Ich kann das Smartphone weglegen, meine Notizen sortieren, mich austauschen, einen Realitätsabgleich außerhalb der Plattform herstellen. Genau daraus entsteht für mich eine Verantwortung in der Aufbereitung für die Fachpraxis. <strong>Nicht alarmistisch, aber aufmerksam. Nicht pauschal, aber klar genug, um die Dynamiken nicht zu unterschätzen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht geht es am Ende weniger darum, Jugendlichen zu erklären, dass sie „kritisch“ sein sollen. Das wissen viele längst. Vielleicht geht es darum, gemeinsam zu verstehen, <strong>warum kritisch bleiben so anstrengend wird, wenn der nächste Reiz schon wartet.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und welche Räume wir schaffen müssen, damit junge Menschen nicht nur scrollen, reagieren und vergleichen, sondern wieder einordnen können.</strong></p>



<div style="background-color:#ffffff; border:1px solid #d2d2d2; border-left:7px solid #da3c15; padding:32px 36px; margin:30px 0;">

  <h2 style="margin-top:0; margin-bottom:18px;">
    ATLAS
  </h2>

  <p>
    Das Projekt <strong>ATLAS</strong> beobachtet und analysiert digitale Lebenswelten Jugendlicher und bereitet diese Erkenntnisse für die Fachpraxis auf. Ziel ist es, die Dynamiken dieser digitalen Räume besser zu verstehen und daraus Wege abzuleiten, wie reale <strong>Teilhabe</strong>, <strong>Beziehungen</strong> und <strong>Unterstützungsangebote</strong> für junge Menschen gestärkt werden können.
  </p>

  <p style="margin-bottom:0;">
    Das Projekt wird umgesetzt von der <strong>LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg e. V.</strong> und wird finanziert durch das <strong>Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration</strong> aus Landesmitteln, die der Landtag Baden-Württemberg beschlossen hat.
  </p>

</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lag-mobil.de/75-tage-und-der-feed-laeuft-weiter/">75 Tage und der Feed läuft weiter…</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lag-mobil.de">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württmberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum wir mit jungen Menschen mehr über Social Media sprechen müssen</title>
		<link>https://www.lag-mobil.de/warum-wir-mit-jungen-menschen-mehr-ueber-social-media-sprechen-muessen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katharina Huber]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Jul 2026 03:52:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ATLAS]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Lebenswelten]]></category>
		<category><![CDATA[Handlungsempfehlung]]></category>
		<category><![CDATA[Mobile Jugendarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[TikTok]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lag-mobil.de/?p=3920</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn Fachkräfte Jugendliche nach ihrem Alltag fragen, geht es häufig um Schule, Familie, Freundschaften oder Freizeitaktivitäten. Ein Bereich bleibt dabei erstaunlich oft außen vor: Social Media. Dabei sind digitale Plattformen ein wichtiger Teil der jugendlichen Lebenswelten. Hier werden Beziehungen gepflegt, Identitäten ausprobiert, Informationen gesucht und Zugehörigkeit erlebt. Für viele junge [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lag-mobil.de/warum-wir-mit-jungen-menschen-mehr-ueber-social-media-sprechen-muessen/">Warum wir mit jungen Menschen mehr über Social Media sprechen müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lag-mobil.de">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württmberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wenn Fachkräfte Jugendliche nach ihrem Alltag fragen, geht es häufig um Schule, Familie, Freundschaften oder Freizeitaktivitäten. <strong>Ein Bereich bleibt dabei erstaunlich oft außen vor: Social Media.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei sind digitale Plattformen ein wichtiger Teil der jugendlichen Lebenswelten. Hier werden Beziehungen gepflegt, Identitäten ausprobiert, Informationen gesucht und Zugehörigkeit erlebt. Für viele junge Menschen sind Instagram, TikTok, Snapchat oder Discord keine „Online-Welten“, sondern Teil ihrer ganz normalen Lebenswelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem sind dieser Teil ihres Lebens und die damit verbunden Erfahrungen sehr selten Gegenstand von Gesprächen mit Fachkräften – aus verschiedenen Gründen: Teils fehlt die aktive Nachfrage, teils besteht der Eindruck, dass Erwachsene diese Thematik sowieso nicht verstehen und nicht selten werden Fachkräfte diesbezüglich eher als Personen wahrgenommen, die vor Risiken warnen, anstatt als Gesprächspartner:innen auf Augenhöhe. Dadurch verpassen wir aber wichtige Chancen für Prävention, Beziehungsgestaltung und Unterstützung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Expertise bedeutet nicht, alles zu kennen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Fachkräfte müssen nicht jeden Trend, jedes Meme und jede neue Plattform kennen. Aber sie sollten ein grundlegendes Verständnis dafür haben, welche Rolle digitale Räume für junge Menschen spielen. Wichtig dafür sind vor allem Interesse, Offenheit und Gesprächsbereitschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehören Fragen wie:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Welche Plattformen nutzen junge Menschen aktuell?</li>



<li>Welche Chancen erleben sie dort?</li>



<li>Welche Konflikte, Belastungen oder Unsicherheiten entstehen?</li>



<li>Wie beeinflussen Algorithmen, Influencer:innen oder Filter das Selbstbild?</li>



<li>Wo begegnen Jugendliche Hass, Desinformation oder problematischen Inhalten?</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nicht warten, bis Jugendliche das Thema ansprechen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Fachkräfte gehen davon aus, dass Jugendliche sich melden, wenn sie Probleme haben – auch in Bezug auf Social Media. Aber häufig wird von den jungen Menschen nur das angesprochen, wo sie sich sicher sind, dass die Fachkraft eine kompetente Ansprechperson ist. Einrichtungen der Jugendsozialarbeit werben selten mit Expertise für digitale Lebenswelten, sondern eher mit Themen wie Bürokratie, Beziehungsprobleme, Schule etc. und werden dementsprechend auch nicht als Expert:innen dafür wahrgenommen. Die Folge? – Belastende Erfahrungen werden häufig nicht thematisiert. Das betrifft beispielsweise:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Cybermobbing</li>



<li>sexuelle Belästigung</li>



<li>problematische Schönheitsideale</li>



<li>Verschwörungserzählungen</li>



<li>Radikalisierungstendenzen</li>



<li>sozialen Druck durch Likes und Reichweite</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Frage ist nicht ob, sondern wie</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Um auch hier als Ansprechpersonen zu dienen, sollten wir Jugendliche in erster Linie ähnlich selbstverständlich nach ihren digitalen Erfahrungen fragen wie nach ihrem Sportverein, ihren Freundschaften oder ihrer Schule.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fragen könnten sein:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>„Was beschäftigt dich gerade auf TikTok oder Instagram?“</li>



<li>„Gibt es Accounts, die du besonders spannend findest?“</li>



<li>„Was nervt dich aktuell in sozialen Netzwerken?“</li>



<li>„Hast du dort schon einmal etwas erlebt, das dich beschäftigt hat?“</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Solche Fragen signalisieren Interesse statt Kontrolle. Sie eröffnen Gespräche über Themen, die junge Menschen ohnehin täglich begleiten. Fachkräfte müssen dabei keine Social Media Expert:innen sein, sondern nur aufzeigen, dass sie wissen, dass alles was digital passiert eine ebenso wichtige Rolle spielt, wie analoge Erfahrungen, und sie auch hierfür ansprechbar sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fazit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Social Media ein zentraler Teil jugendlicher Lebenswelten ist, dann muss es auch ein zentraler Gegenstand pädagogischer Praxis sein und von Fachkräften aktiv angesprochen werden.</p>



<div style="background-color:#ffffff; border:1px solid #d2d2d2; border-left:7px solid #da3c15; padding:32px 36px; margin:30px 0;">

  <h2 style="margin-top:0; margin-bottom:18px;">
    ATLAS
  </h2>

  <p>
    Das Projekt <strong>ATLAS</strong> beobachtet und analysiert digitale Lebenswelten Jugendlicher und bereitet diese Erkenntnisse für die Fachpraxis auf. Ziel ist es, die Dynamiken dieser digitalen Räume besser zu verstehen und daraus Wege abzuleiten, wie reale <strong>Teilhabe</strong>, <strong>Beziehungen</strong> und <strong>Unterstützungsangebote</strong> für junge Menschen gestärkt werden können.
  </p>

  <p style="margin-bottom:0;">
    Das Projekt wird umgesetzt von der <strong>LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg e. V.</strong> und wird finanziert durch das <strong>Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit </strong> aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.
  </p>

</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lag-mobil.de/warum-wir-mit-jungen-menschen-mehr-ueber-social-media-sprechen-muessen/">Warum wir mit jungen Menschen mehr über Social Media sprechen müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lag-mobil.de">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württmberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Drei Wochen TikTok-Beobachtung</title>
		<link>https://www.lag-mobil.de/drei-wochen-tiktok-beobachtung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katharina Huber]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 11:57:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ATLAS]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Lebenswelten]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[TikTok]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.lag-mobil.de/?p=3594</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nicht beiläufig, sondern bewusst – als ethnografischer Blick auf eine Plattform, die für viele längst mehr ist als ein Unterhaltungsmedium. TikTok tritt als eine Art ständiger Lebensbegleiter auf: eine Instanz, die Orientierung anbietet und vorgibt, ob man schön oder hässlich ist, welche Frisur passt, wie ein Körper, ein Alltag, ein [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lag-mobil.de/drei-wochen-tiktok-beobachtung/">Drei Wochen TikTok-Beobachtung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lag-mobil.de">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württmberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nicht beiläufig, sondern bewusst</strong> – als ethnografischer Blick auf eine Plattform, die für viele längst <strong>mehr ist als ein Unterhaltungsmedium</strong>. TikTok tritt als eine Art <strong>ständiger Lebensbegleiter</strong> auf: eine Instanz, die Orientierung anbietet und vorgibt, <strong>ob man schön oder hässlich ist</strong>, welche Frisur passt, wie ein Körper, ein Alltag, ein Leben auszusehen hat. Diese Zuschreibungen erfolgen selten explizit. Sie entstehen in der <strong>Wiederholung, im Vergleich, in der stillen Logik des Feeds</strong>. Menschen legen dort ihr gesamtes Privatleben offen, häufig auch das ihrer Kinder. <strong>Alles wird sichtbar. Alles wird bewertet. Alles wird verglichen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Zeit stellt sich ein eigentümliches Gefühl ein – zumindest in meiner eigenen Wahrnehmung während der Beobachtung: das Leben scheint immer häufiger <strong>durch eine Kameralinse vermittelt</strong> zu sein und gleichzeitig <strong>überall stattzufinden</strong>. In fremden Küchen, Schlafzimmern, Beziehungen, Weltanschauungen. <strong>Nähe entsteht schnell, Distanz kaum.</strong> Der Feed reiht <strong>Intimitäten aneinander, ohne Übergang, ohne Einordnung, ohne Pause.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen harmlosen Alltagsvideos tauchen Inhalte auf, die <strong>extremistische oder menschenfeindliche Positionen transportieren</strong>. Auffällig ist dabei ihre Form: Sie erscheinen nicht nur als offene politische Botschaft, sondern auch als Witz, als Meme, als scheinbar gewöhnlicher Moment. Auch ich ertappe mich vereinzelt dabei, <strong>emotional zu reagieren</strong> – manchmal sogar zu schmunzeln –, obwohl mir die dahinterliegenden Ideologien bewusst sind. Diese Wirkung verweist weniger auf Zustimmung als auf <strong>Inszenierung</strong>. Die Inhalte sind <strong>anschlussfähig, emotional aufgeladen, präzise platziert</strong>. Wer sich länger in einer solchen Umgebung aufhält, bekommt eine Welt präsentiert, die <strong>in sich schlüssig wirkt – wahr, logisch, scheinbar alternativlos.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Irritierend ist dabei eine weitere Beobachtung: Minderjährigen scheint wenig bis gar keine <strong>klassische Werbung ausgespielt zu werden</strong> – ein Algorithmus, der auf den ersten Blick schützend wirkt. Gleichzeitig werden <strong>extremistische Inhalte, Gewaltaufrufe oder Einladungen in private Gruppen nicht herausgefiltert</strong>. Sie bleiben <strong>sichtbar, eingebettet in Alltagscontent, öffentlich und kaum markiert</strong>. Welche Dynamiken sich in den angedeuteten privaten Räumen entfalten, bleibt offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele der beobachteten Videos enthalten durchaus einen <strong>wahren Kern</strong>, manchmal mehr als nur einen. Gleichzeitig werden diese Fragmente häufig mit <strong>Desinformation, Vereinfachungen oder manipulativen Zuspitzungen</strong> verbunden. Kameraführung, Musik und Schnitt sind gezielt darauf ausgerichtet, <strong>Emotionen hervorzurufen</strong> – oft bevor reflexive Einordnung möglich ist. <strong>Das Gefühl geht dem Denken voraus.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Beginne ich den Tag mit solchen Inhalten und lasse sie unreflektiert stehen, bleibt bei mir ein Zustand zurück, der schwer greifbar ist. Der Eindruck, dass <strong>alles gleichzeitig eskaliert und kaum noch einzuordnen ist</strong>, stellt sich schnell ein. Umso deutlicher wird mir, <strong>wie leicht man sich von dieser Logik einfangen lassen kann.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig bin ich in der Lage, das Smartphone nach der geplanten Beobachtungszeit bewusst wegzulegen und in einen <strong>nicht algorithmisch kuratierten Raum</strong> zurückzukehren. Bereits nach drei Wochen erweist sich die ethnografische Annäherung als <strong>deutlich anspruchsvoller als erwartet</strong>. Neben Watchtime und Dokumentation braucht es Zeit für <strong>Selbstfürsorge, für Reflexion und für einen kontinuierlichen Realitätsabgleich außerhalb des Feeds</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Beobachtung ist noch nicht abgeschlossen – der Feed läuft weiter…</strong></p>



<div style="background-color:#ffffff; border:1px solid #d2d2d2; border-left:7px solid #da3c15; padding:32px 36px; margin:30px 0;">

  <h2 style="margin-top:0; margin-bottom:18px;">
    ATLAS
  </h2>

  <p>
    Das Projekt <strong>ATLAS</strong> beobachtet und analysiert digitale Lebenswelten Jugendlicher und bereitet diese Erkenntnisse für die Fachpraxis auf. Ziel ist es, die Dynamiken dieser digitalen Räume besser zu verstehen und daraus Wege abzuleiten, wie reale <strong>Teilhabe</strong>, <strong>Beziehungen</strong> und <strong>Unterstützungsangebote</strong> für junge Menschen gestärkt werden können.
  </p>

  <p style="margin-bottom:0;">
    Das Projekt wird umgesetzt von der <strong>LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg e. V.</strong> und wird finanziert durch das <strong>Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit </strong> aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.
  </p>

</div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.lag-mobil.de/drei-wochen-tiktok-beobachtung/">Drei Wochen TikTok-Beobachtung</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.lag-mobil.de">LAG Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württmberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
