TikTok, algorithmisch zusammengestellte Feeds, digitale Beziehungen oder Künstliche Intelligenz: Digitale Räume sind selbstverständlicher Bestandteil der Lebenswelten junger Menschen. Für die Jugendsozialarbeit stellt sich deshalb zunehmend die Frage, wie diese Entwicklungen wahrgenommen, eingeordnet und in der pädagogischen Praxis aufgegriffen werden können.
Genau hier setzt ATLAS an. Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der ethnografischen Beobachtung digitaler Räume. Mit mehreren projektbezogenen TikTok-Profilen untersucht das Team, welche Inhalte in Feeds sichtbar werden, wie sie sich algorithmisch verdichten und welche Narrative, Rollenbilder und gesellschaftlichen Deutungen dabei hervortreten. Die Beobachtungen werden anschließend fachlich eingeordnet und für die Praxis aufbereitet.
Mit verschiedenen Formaten macht ATLAS diese Erkenntnisse für Fachkräfte zugänglich. Die wöchentlichen „ATLAS Notes“ geben kompakte Einblicke in aktuelle Beobachtungen aus digitalen Räumen. Im „ATLAS Update“ können konkrete Trends und Fragestellungen gemeinsam diskutiert werden. Bei „ATLAS Connect“ ergänzen externe Expert:innen diese Perspektiven mit Fachimpulsen zu aktuellen digitalen Themen.
Mit dem geplanten „ATLAS Toolkit“ wird das Angebot weiter ausgebaut. Vorgesehen sind unter anderem Handreichungen, Checklisten, Videos und E-Learning-Bausteine zu Medienkompetenz, Fake News und problematischen Inhalten, Meldestellen und Onlineberatungen sowie zur Kontakt-, Beratungs- und Beziehungsgestaltung in digitalen Räumen.
Die bisherige Arbeit macht deutlich: Digitale und analoge Lebenswelten lassen sich in der Jugendsozialarbeit nicht getrennt betrachten. Beziehungen, Teilhabe, Orientierung und Risiken sind heute wesentlich durch digitale Medien und Kommunikationsformen mitgeprägt. ATLAS unterstützt Fachkräfte dabei, diese Entwicklungen fachlich einzuordnen und sozialpädagogische Praxis zunehmend auch digital und hybrid zu denken.