Förderung Mobiler Jugendarbeit in der Corona-Krise

In Bezug auf die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich der „Corona-Pandemie“ erreichen das Ministerium für Soziales und Integration vielfältige Anfragen zur Situation der Mobilen Jugendarbeit und der Schulsozialarbeit. Die aktuellen Entwicklungen stellen alle vor bisher ungekannte Herausforderungen.

Das Sozialministerium weist darauf hin, dass im Hinblick auf die derzeitige Ausnahmesituation ein flexibler bedarfsgerechter Einsatz der Fachkräfte vor Ort keine negativen Auswirkungen auf die Landesförderung haben wird. Grundsätzlich sind Regelungen zur Tätigkeit der Fachkräfte in der mobilen Jugendarbeit und in der Schulsozialarbeit – im Rahmen der Dienst- und Fachaufsicht – vom Anstellungsträger vor Ort zu treffen.

Soweit aber vor Ort in gemeinsamer Abstimmung mit den Beteiligten entschieden wird, dass die Fachkräfte anderweitige Tätigkeiten übernehmen, z.B. administrative und konzeptionelle Vor- und Nacharbeiten oder telefonische Beratung, wird dies nicht förderschädlich sein.

Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass die Antragsfrist für die Förderung der Mobilen Jugendarbeit ausnahmsweise bis zum 31. Mai 2020 verlängert wird.

Dem Sozialministerium ist es ein großes Anliegen, die soziale Infrastruktur unter den aktuell erschwerten Bedingungen aufrecht zu erhalten. Aus fachlicher Sicht ist die individuelle Begleitung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen und ihren Familien gerade auch in dieser Krisensituation dringend erforderlich. Das Sozialministerium möchte Sie daher ermutigen, kreativ unterschiedliche Ideen telefonischer oder digitaler Kommunikation in die Wege zu leiten, um gerade auch schwer belastete Familien im Blick zu behalten.

Mobile Jugendarbeit in Zeiten von Corona – Fachkräfte halten den Kontakt zu den jungen Menschen weiter!

Die aktuelle Corona-Pandemie betrifft grundsätzlich alle Menschen. Jedoch stehen diejenigen, die ohnehin bereits schlechtere Lebensbedingungen und Zukunftsperspektiven haben und finanziell zu kämpfen haben, jetzt unter besonderem Druck. Die bereits jetzt absehbaren Auswirkungen der „Corona-Krise“ betreffen verschiedene Personengruppen sehr unterschiedlich.

Mobile Jugendarbeit setzt sich für die Belange benachteiligter Jugendlicher und junger Erwachsener ein.

Im aktuellen Beitrag machen wir deutlich, was Mobile Jugendarbeit gerade auch jetzt leistet, und was auch nicht. Wir möchten damit zur Unterstützung der Einrichtungen vor Ort und in den Träger*innen in der aktuellen Situation beitragen.

Social Distancing und Social Work – ein Widerspruch in sich?

Social Distancing als Gebot der Stunde stellt alle Mitarbeitenden im Arbeitsfeld vor große Herausforderungen, bei denen kreative Lösungen gefragt sind. Die jungen Menschen, für die wir da sind, sind eben nicht diejenigen mit Homeoffice und eigenem Garten. Die Wohnverhältnisse sind häufig beengt, in einigen Fällen vielleicht auch nicht vorhanden. Arbeitsverhältnisse stehen auf der Kippe und Jobcenter sind schwer erreichbar. Jetzt einen Ausbildungsplatz zu finden, dürfte schwierig sein. Menschen, die auf niedrigschwellige und kostenlose Angebote angewiesen sind, stehen jetzt größtenteils vor geschlossenen Türen. Was tun Menschen, die auf der Straße leben, wenn es weitere Beschränkungen der Bewegungsfreiheit gibt?

Für uns stellt sich die Frage, wie wir unter den gegebenen Umständen für junge Menschen da sein können. Dazu haben sich die Kolleg*innen des Vorstands und die Mitarbeitenden einige Gedanken gemacht, die wir gern mit euch teilen möchten.

Bitte teilt uns eure Rückmeldungen am besten direkt an die Servicestelle mit.

Zudem sammeln wir nach wie vor eure Erfahrungen im Umgang mit der Situation:
– Was macht ihr bzw. was dürft und sollt ihr tun?
– Wie setzt ihr eure Arbeit fort?
– Welchen besonderen Herausforderungen begegnet ihr?

Corona – Auswirkungen und Konsequenzen für die Mobile Jugendarbeit

Empfehlungen für die Mobile Jugendarbeit

Das Infektionsrisiko für die Mitarbeitenden der MJA ist zu minimieren.

Das bedeutet für die Tätigkeitsbereiche in der Mobilen Jugendarbeit:

  • Gruppenbezogene Angebote finden bis auf weiteres nicht statt.
  • Streetwork sollte nicht durchgeführt werden.
  • Individuelle Unterstützung und Begleitung ist über die vorhandenen Medien sicherzustellen.

Die LAG-Servicestelle sammelt Fragen und Erfahrungen aus der Praxis und ist bemüht, diese den Akteur*innen im Arbeitsfeld wieder zeitnah zur Verfügung zu stellen.

Nach aktuellem Stand ist davon auszugehen, dass die momentan angeordneten Maßnahmen sich noch verschärfen können.

Die Situation für unsere Adressat*innen ist auf jeden Fall sehr herausfordernd. Nichtsdestotrotz ist jetzt vor allem geboten, Mitarbeitende zu schützen und nicht durch die Tätigkeit der MJA Übertragungsrisiken zu schaffen. Es gilt, wie für alle anderen auch, direkte soziale Kontakte zu minimieren. Wichtig ist nun, anderweitig eine verlässliche Erreichbarkeit herzustellen.

Bleibt gesund und passt auf euch auf,

das Team der Servicestelle