Pandemiestufe 3 – Veränderung der Corona-Verordnung Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit – Zwischenstand

Die im Folgenden beschriebenen Aspekte wurden in einem Gespräch der Fachverbände mit dem Ministerium für Soziales und Integration diskutiert. Sie bilden den aktuellen Diskussionsstand ab. Die Verkündung der veränderten Corona-VO KJA/JSA wird im Laufe der Woche erfolgen. Die darin enthaltenen Änderungen sollen voraussichtlich ab dem 1. November 2020, also nach dem Ende der Herbstferien, gelten.

Begrenzung der TN-Zahlen:
Bereits in der allgemeinen Corona-VO wurde die Zahl der teilnehmenden Personen reduziert. Es gilt bereits für
Ansammlungen eine Höchstzahl von 10 Personen (§ 9 Corona-VO)
Veranstaltungen eine Höchstzahl von 100 Personen (§ 10 Corona-VO)

Maskenpflicht:
Das Tragen der Maske wird mit großer Wahrscheinlichkeit für Personen ab dem 11. Lebensjahr Pflicht in Treppenhäusern, Toiletten und Fluren, also da, wo sich verschiedene (feste) Gruppen begegnen können. Außerdem gilt sie dort, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Bei Angeboten mit Übernachtung gilt sie nur tagsüber. Bei der Belegung der Mehrbettzimmer soll möglichst die Einhaltung der Mindestabstandsempfehlung ermöglicht werden.

Veranstaltungen, Angebote mit Gruppen:
Die Verpflichtung, Gruppen mit bis zu 30 Personen zu bilden, wird ausgeweitet und gilt für jedes Angebot, nicht erst für solche, die die Zahl von 100 bereits erreicht haben. Es werden also bereits bei 31 TN zwei Gruppen gebildet werden müssen. Neue Teilnehmende können bis zur max. Personenzahl hinzukommen.

Wenn Ansammlungen von den Trägern der KJA /JSA ausgehen bzw. geplant/initiiert werden, wird voraussichtlich eine Dokumentationspflicht nach § 6 Corona-VO gelten. Das gilt nicht für Ansammlungen, bei denen Fachkräfte hinzukommen, wie es beispielsweise in der Mobilen Jugendarbeit der Fall ist.

Die in der so genannten „Pandemiestufen-Matrix“ angedachte Karenzzeit und die Verpflichtung für die Betreuenden und für die Teilnehmenden, nur eine feste Gruppe am Tag betreuen/besuchen zu können, wird voraussichtlich landesweit zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommen. Die Kommunen können aber bei entsprechend hohen Infektionszahlen vor Ort entsprechende Regeln erlassen. Landesweit  würde eine solche Regelung zu einem faktischen Lockdown in der KJA führen. Das will niemand. Und: bei vielen Angeboten sind die Teilnehmenden der Gruppen nicht trennscharf, es bleibt z.B. vielfach unbekannt, ob sie bereits vorher an anderen Angeboten teilgenommen haben. Außerdem gibt es in keinem anderen Bereich eine vergleichbare Regelung, in der Schule werden z.B. die Lehrkräfte auch nicht nach jeder Unterrichtsstunde in eine Karenzzeit geschickt oder dürfen nur eine Klasse am Tag unterrichten.

Das ist allerdings verbunden mit einem dringendem Appell an die Fachkräfte und ehrenamtlichen Betreuungskräfte, in ganz besonderer Weise verantwortungsvoll und vorsichtig in der aktuellen Situation zu agieren. Wenn eine Fachkraft infiziert ist, kann sie sehr rasch das Virus verbreiten, wenn sie am Tag mit mehreren Gruppen arbeitet. Deshalb ist Achtsamkeit auf die eigene Gesundheit und auf evtl. Symptome besonders wichtig! Das gilt gerade auch für die jeweiligen Situationen in den Einrichtungen und Angeboten, die nach jetzigem Stand des Wissens besondere Ansteckungsgefahr bergen.

Sobald die neue Verordnung verkündet ist, informieren wir wieder.

Positionspapier: Nach Stuttgart – Mobile Jugendarbeit/Streetwork als Chance

Nach den Ereignissen in Stuttgart am 20./21.06.2020 zeigt sich eine Art der öffentlichen Debatte, die nach wie vor geprägt ist von gegenseitigen Schuldzuweisungen, fast ausschließlich ordnungspolitischen Konzepten, der Instrumentalisierung von Jugend(sozial)arbeit für die Gewährleistung öffentlicher Ordnung sowie einem Sprechen über – nicht aber mit jungen Menschen. Die Darstellung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in medialen und politischen Diskursen ist stark pauschalisierend und abwertend.

Nach intensivem fachlichen Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen der MJA im Land, haben wir als LAG eine fachliche Positionierung formuliert, die wir heute zur Verfügung stellen.

Wichtig war uns dabei zu verdeutlichen, dass eine interdisziplinäre Aufarbeitung der Ereignisse notwendig ist und es einen offenen Dialog mit Beteiligten und Betroffenen braucht.

MJA kann hier einen wichtigen Beitrag leisten und ist in der Lage junge Menschen zu erreichen. Gleichzeitig sind auch klare Grenzen zu ziehen.

  • MJA nimmt keine ordnungs- und sicherheitspolitischen Aufträge an und erfüllt keine solchen Erwartungen.
  • Für eine nachhaltig wirksame Konzeptentwicklung braucht es ausreichend Zeit und fundierte sozialräumliche Analyse.
  • Um professionell Handeln zu können, sind ausreichende Ressourcen notwendig.

Wir danken allen in der Diskussion beteiligten Kolleginnen und Kollegen für ihre Gedanken, Einschätzungen und Anregungen.

Über Rückmeldungen und die Unterstützung unserer Positionen freuen wir uns.

Nach Stuttgart – Mobile Jugendarbeit/Streetwork als Chance

Die Ereignisse des Wochenendes 20./21.06.2020 haben bundesweit zu Diskussionen geführt. Wir als Arbeitsfeld MJA und unsere Adressat*innen sind direkt von den öffentlichen Debatten betroffen – nicht nur in Stuttgart. In der letzten Woche tauschten sich Fachkräfte der MJA online zu den Debatten und welche Rolle MJA hier spielt oder spielen kann aus.

Zur fachlichen Debatte ein aktueller Veranstaltungshinweis auf unser Online-Format am Freitag, 03.07.2020

Neue Verordnung zur Durchführung der Angebote der Kinder- und Jugendarbeit/ Jugendsozialarbeit

Zum 1. Juli 2020 tritt die neue Coronaverordnung für die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Jugendsozialarbeit in Kraft. Die neuen Regelungen sind eng an der ebenfalls ab 01.07.2020 gültigen CoronaVO des Landes BW orientiert.

Die wesentlichen Änderungen/ Eckpunkte:

  • Angebote sind im öffentlichen, halböffentlichen und privaten Raum möglich.
  • Unterscheidung in Ansammlungen und Veranstaltungen:
    • Stehen die Teilnehmenden für die Dauer des Angebot fest, ist es eine Veranstaltung, für die die entsprechenden Regelungen gelten. Es dürfen dann bis 100 TN sein.
    • Stehen die Teilnehmenden nicht fest, ist es eine Ansammlung, es wird nicht dokumentiert. Es dürfen dann bis 20 Personen sein.
  • Bei vielen TN sind Gruppen zu bilden.
  • Abstandsregelungen innerhalb des Angebots sind nun „nur“ noch Empfehlungen.
  • Beim Aufenthalt im öffentlichen Raum müssen die Beteiligten Abstand zu anderen halten.
  • Einrichtungen haben grundsätzlich ein Hygienekonzept zu erstellen und vorzuhalten.
  • Für Freizeiten und Übernachtungsangebote ist das Hygienekonzept um ein Konzept für ein Ausbruchsmanagement zu ergänzen.

Erweiterung der Angebote der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit zum 15.06.2020

Die nächsten Öffnungsschritte in den Angeboten können nun angegangen werden. Zum 15.06.2020 treten die folgenden Änderungen an der CoronaVO „Angebote Kinder- und Jugendarbeit sowie Jugendsozialarbeit“ in Kraft. Sie werden vom Sozialministerium noch heute notverkündet und stehen dann unter https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/verordnung-jugendhaeuser/ zur Verfügung.

Die wichtigsten Änderungen sind:
1.   Der Katalog an zugelassenen Angeboten im § 1 der VO wird erweitert um Angebote im öffentlichen Raum sowie mehrtägige Angebote mit Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben oder Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit mit Übernachtungsmöglichkeiten.

2.   Nach § 1 Absatz 3 gilt für den Betrieb von Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Jugendsozialarbeit mit Übernachtungsmöglichkeiten die Verordnung für Beherbergungsbetriebe.

3.   Die zugelassene Höchstanzahl von Beteiligten an Angeboten im § 3 Absatz 1 wird auf 10 Personen im öffentlichen Raum und auf 20 Personen außerhalb des öffentlichen Raums erweitert.

4.   Nach § 3 Absatz 5 muss bei mehrtägigen Angeboten mit Übernachtung in Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit die Belegung der Übernachtungsräume über den Zeitraum des Angebots möglichst gleichbleiben.

Die weitere Erhöhung der Gruppengrößen (wie angekündigt auf bis zu 100) wird für Mitte Juli erwartet.

Handreichungen zur Jugendsozialarbeit sowie Kinder- und Jugendarbeit im Kontext von Corona stehen zwischenzeitlich auch unter https://www.kvjs.de/der-kvjs/service/coronavirus-aktuelle-informationen/ zur Verfügung.

Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung – am besten zuerst per Email an servicestelle@lag-mobil.de.