Fachstelle Extremismusdistanzierung

Unser Team

Mathieu Coquelin
Leitung
Derya Şahan
Referentin
Vianka Marrero
Assistenz

Unser Angebot

Wir bieten Beratung und Qualifizierung im Themenfeld der Radikalisierungs- und Extremismusprävention. Mit einem vielfältigen Angebot an Vorträgen und Workshops werden Multiplikator*innen in ihrer Arbeit mit Jugendlichen gestärkt und unterstützt. Gemeinsam mit den mobilen Beratungsteams des Netzwerks „kompetent vor Ort“ wendet sich FEX speziell an Jugendliche, die im besonderen Maße gefährdet sind, extreme Haltungen anzunehmen. Allerdings werden Jugendliche nicht direkt angesprochen, sondern in erster Linie pädagogischen Fachkräfte der Offenen und Mobilen Jugendarbeit, der Jugendsozialarbeit aber auch Ehrenamtliche aus der Verbandsarbeit. Der Ansatz folgt der Logik, dass präventive Angebote in das Alltagsangebot eingebunden werden müssen.

Damit aus Haltungen kein Verhalten wird, bietet FEX Sensibilisierungsangebote und fachliche Begleitung im Themenfeld mit besonderem Fokus auf die Beziehungsarbeit und die Stärkung resilienter Faktoren. Darüber hinaus sollen die bisher bestehenden Netzwerke zugänglich gemacht und erfolgreiche Modelle und Methoden geteilt werden. Inwieweit bisher angewendete Methoden und Arbeitsansätze aus der Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen für religiös motivierten Extremismus adaptiert werden können, soll in diesem Zusammenhang in der Methodenentwicklung stattfinden. Hier findet eine enge Zusammenarbeit mit der Fachstelle PREvent!on statt.

Ziel ist es lokale und regionale Unterstützungsbedarfe im Themenfeld von politischem oder religiösem Extremismus, Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und eventuell damit verbundener Gewalt zu erheben und im Umgang mit diesen Themen in der Handlungsfähigkeit zu stärken.


Unsere Modellprojekte im Rahmen von Demokratie leben!

Radikalisierungsprävention in Wissenschaft und Praxis – Ein Transfermodell

Zielstellung

Das Modellprojekt hat zum Ziel, Theoriemodelle, die Radikalisierungsverläufe und -faktoren beschreiben in Handlungsmodelle zu transferieren. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf der Stärkung der Handlungsfähigkeit von Studierenden, die in ihrem pädagogischen Wirken mit Jugendlichen und Heranwachsenden innerhalb der Regel- und Hilfestrukturen arbeiten. Die Auseinandersetzung mit der präventiven und intervenierenden Bearbeitung von Anzeichen ideologischer Radikalisierung bzw. einzelner Ideologiefragmente im pädagogischen Alltag ist ein dabei ebenfalls essentiell. Diese Handlungsmodelle und -methoden sollen phänomenübergreifend anwendbar sein und auf pädagogischen und weiteren fachlichen Kompetenzen derjenigen Personen, die mit den Zielgruppen arbeiten, aufbauen.

Ausgangslage

Im wissenschaftlichen Diskurs wurden in den letzten Jahren vermehrt Theoriemodelle diskutiert, die Radikalisierungsprozesse und diese Prozesse auslösenden Faktoren beschreiben. Allzu oft erhalten jedoch Erkenntnisse aus der Radikalisierungsforschung nicht direkt Einzug in die Konzeption von Präventionsangeboten und -projekten, weil der Übertrag in ein anwendbares Handlungsmodell bzw. eine entsprechende Methodik fehlt. Darüber hinaus wurde von unterschiedlichen Seiten darauf hingewiesen, dass vor allem die Arbeit im Bereich der sekundären Prävention und der Distanzierungsarbeit in besonderem Maße auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aufbauen sollte, gleichzeitig jedoch die Anschlussfähigkeit an Kompetenzen pädagogischer Fachkräfte, die in den Regelstrukturen die entsprechenden Zielgruppen erreichen, gewährleistet sein muss.[1]

Aus dieser Notwendigkeit heraus möchte dieses Modellprojekt die Übertragbarkeit wissenschaftlicher Forschung in anwendbare pädagogische Handlungskonzepte überführen.

Vorgehen

Das Modellprojekt wird gemeinsam mit der Jugendstiftung Baden-Württemberg und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Form eines Moduls im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit am Standort Stuttgart umgesetzt.

[1] Vgl. z.B. Ostwaldt und Coquelin (2018): Radikalisierung. Theoriemodelle für die Praxis. In: Forum Kriminalprävention, 2/2018, S. 10-13. Online verfügbar unter https://www.forum-kriminalpraevention.de/magazine/catalog_15350505/html5.html#/12.


Da.Gegen.Rede – Hatespeech erkennen und Umgangsmöglichkeiten erlernen
[2017 bis 2019]

Die Bewertung von Informationen in den Sozialen Medien ist nicht nur für Jugendliche oftmals nicht ganz einfach. Seit der Entstehung des Internets nutzen unterschiedliche radikale und extremistische Richtungen aktiv sämtliche digitalen Kanäle für ihre Propaganda. Für junge Erwachsene und Jugendliche ist es schwierig, die Gefahr durch Extremismus, Populismus und Aufrufe zu Gewalt und Hass aus allen Richtungen zu erkennen und diese dementsprechend zu reflektieren.

Da.Gegen.Rede ist ein Angebot der Sensibilisierung und Qualifizierung
für haupt-, neben- und ehrenamtlich Tätige in der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Jugendliche zur Stärkung im aktiven Umgang mit Hass im Netz.

Am 9. Oktober 2019 fand die Abschlussveranstaltung des Projekts Da.Gegen.Rede statt. Die Abschlussbroschüre liegt in gedruckter Form vor und kann bei der Fachstelle oder der LAG-Servicestelle bestellt werden.

… Da.Gegen.Rede Abschlussbroschüre (PDF)

… Erfahrungsbericht zu dem Modellprojekt Da.Gegen.Rede im Fachkräfteportal

Kooperationspartner im Projekt Da.Gegen.Rede waren die Jugendstiftung Baden-Württemberg und Türkische Gemeinde Baden-Württemberg.


Unsere Kontaktdaten

Hotline: 0800 2016 112
Email: fex@demokratiezentrum-bw.de