FEX – Fachbereich Radikalisierungsprävention und Extremismusdistanzierung

FEX ist der Fachbereich der Landesarbeitsgemeinschaft Mobile Jugendarbeit / Streetwork Baden-Württemberg e. V. für Radikalisierungsprävention, Extremismusdistanzierung und Demokratieförderung.

Gestartet ist FEX im Jahr 2015 als Fachstelle Extremismusdistanzierung im Demokratiezentrum Baden-Württemberg. Heute steht FEX für einen gewachsenen Fachbereich mit verschiedenen Projekten, die Fachkräfte beraten, qualifizieren und in ihrer Handlungssicherheit stärken.

Ausgangspunkt unserer Arbeit ist die Haltung der Mobilen Jugendarbeit: junge Menschen in ihren Lebenswelten ernst zu nehmen, Benachteiligung und Ausgrenzung nicht auszublenden, Beziehungen zu ermöglichen und gesellschaftliche Teilhabe zu stärken. Gerade im Umgang mit Radikalisierung, abwertenden Ideologien und demokratiefeindlichen Entwicklungen braucht es diesen fachlichen Blick.

FEX bündelt Wissen und Praxiserfahrung, macht aktuelle Entwicklungen sichtbar, entwickelt fachliche Zugänge weiter und unterstützt Fachkräfte dabei, Radikalisierungsprozesse zu erkennen, einzuordnen und professionell zu handeln.

Was FEX auszeichnet

FEX arbeitet phänomenübergreifend. Das bedeutet: Wir beschäftigen uns mit unterschiedlichen Formen von Extremismus, Abwertungsideologien und demokratiefeindlichen Entwicklungen. Dazu gehören unter anderem Rechtsextremismus, religiös begründeter Extremismus, Verschwörungserzählungen, Antisemitismus, Rassismus, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und weitere Formen ideologischer Radikalisierung.

Unser Blick ist dabei besonders durch die Soziale Arbeit geprägt. Wir fragen nicht nur: Welche Ideologie steckt dahinter? Sondern auch: Welche Erfahrungen, Konflikte, Zugehörigkeitsfragen oder Krisen machen junge Menschen empfänglich für radikale Deutungsangebote?

Radikalisierung entsteht selten plötzlich. Häufig spielen Ausgrenzung, Benachteiligung, fehlende Anerkennung, persönliche Krisen oder das Bedürfnis nach Orientierung und Zugehörigkeit eine wichtige Rolle. Extremistische Akteur:innen greifen solche Erfahrungen gezielt auf und bieten einfache Antworten auf komplexe Fragen.

Genau hier setzt unsere Arbeit an: Wir unterstützen Fachkräfte dabei, Warnzeichen zu erkennen, Situationen fachlich einzuordnen und passende Handlungsschritte zu entwickeln.

Unser Ansprechpartner

Karim Saleh
Koordination Fachstelle Extremismusdistanzierung

Für wen wir da sind

Unsere Angebote richten sich insbesondere an Fachkräfte und Multiplikator:innen aus:

  • der Mobilen Jugendarbeit und Streetwork,
  • der Schulsozialarbeit,
  • der Jugendhilfe,
  • Schulen und Bildungseinrichtungen,
  • Vereinen, Verbänden und zivilgesellschaftlichen Strukturen,
  • Verwaltung, Regelstrukturen und weiteren professionellen Kontexten.

Wir beraten, qualifizieren und begleiten Menschen, die in ihrem Arbeitsalltag mit Fragen rund um Radikalisierung, Demokratiefeindlichkeit, extremistische Ideologien oder abwertende Einstellungen konfrontiert sind.

Unser gemeinsamer Arbeitsansatz: Erkennen – Deuten – Handeln

Die Projekte im Fachbereich FEX arbeiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Verbindend ist jedoch ein gemeinsamer fachlicher Dreiklang:

Erkennen

Radikalisierung zeigt sich nicht immer eindeutig. Manche Symbole, Codes oder Aussagen sind offensichtlich problematisch. Andere wirken zunächst wie Provokation, Jugendkultur, Internetphänomen oder persönliche Meinung.

Wir unterstützen Fachkräfte dabei, ihre Wahrnehmung zu schärfen. Dazu gehören Kenntnisse über Symbole, Codes, Narrative, Online-Dynamiken, Gruppen, Szenen und aktuelle Entwicklungen.

Ziel ist nicht, junge Menschen vorschnell zu etikettieren. Ziel ist, genauer hinzuschauen und relevante Hinweise besser einordnen zu können.

Deuten

Nicht jede provokante Aussage ist Ausdruck einer gefestigten Ideologie. Gleichzeitig dürfen abwertende, antisemitische, rassistische oder demokratiefeindliche Einstellungen nicht ignoriert werden.

Deshalb braucht es eine sorgfältige fachliche Einschätzung: Was ist passiert? Welche Dynamik steckt dahinter? Welche Rolle spielen Gruppe, Umfeld, Social Media, persönliche Krisen oder Zugehörigkeitsfragen? Welche pädagogischen Möglichkeiten gibt es? Und wann müssen weitere Stellen einbezogen werden?

FEX unterstützt Fachkräfte dabei, Situationen differenziert zu deuten und nicht vorschnell, aber auch nicht zu spät zu reagieren.

Handeln

Wenn eine Situation eingeordnet ist, stellt sich die nächste Frage: Was ist jetzt fachlich sinnvoll?

Wir unterstützen bei der Entwicklung konkreter Handlungsschritte. Das kann eine Beratung im Einzelfall sein, ein Workshop, eine Fortbildung, ein Fachgespräch, eine Qualifizierung oder die Vermittlung an weitere passende Stellen.

Dabei geht es immer um Handlungssicherheit: Fachkräfte sollen wissen, was sie tun können, wo ihre Zuständigkeit liegt und wann andere Akteur:innen hinzugezogen werden sollten.

Unsere Themen

Der Fachbereich FEX arbeitet unter anderem zu folgenden Themen:

  • Radikalisierungsprozesse bei jungen Menschen,
  • Rechtsextremismus und rechtspopulistische Ideologien,
  • religiös begründeter Extremismus,
  • Antisemitismus,
  • Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit,
  • Verschwörungserzählungen und Desinformation,
  • Hate Speech und digitale Radikalisierung,
  • Diskriminierung, Ausgrenzung und Zugehörigkeit,
  • Demokratiebildung und Stärkung professioneller Handlungssicherheit.

Unsere Projekte

Hinter FEX stehen heute verschiedene Projekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Gemeinsam ist ihnen der Anspruch, Fachkräfte zu stärken, Wissen zugänglich zu machen und handlungsorientierte Unterstützung anzubieten.

An dieser Stelle finden Sie einen Überblick über unsere aktuellen Projekte.

Fachstelle Extremismusdistanzierung

Bietet spezialisierte Beratung, Qualifizierung und Unterstützung im Bereich Radikalisierungsprävention und Distanzierungsarbeit.

CLIX

Verbindet Radikalisierungsprävention und den Umgang mit psychischen Auffälligkeiten durch innovative Ansätze und digitale Unterstützung.