Wie können Fachkräfte psychische Belastungen wahrnehmen, Radikalisierungsprozesse differenziert einordnen und auch in herausfordernden Situationen handlungssicher bleiben? Mit dieser Schnittstelle beschäftigt sich das Projekt CLIX und entwickelt seine Fortbildungsangebote gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Ulm kontinuierlich weiter.

Im Mittelpunkt steht die Verbindung von Radikalisierungsprävention und psychischer Gesundheit im Arbeitsfeld mit geflüchteten Menschen. Psychische Krisen, soziale Isolation, Perspektivlosigkeit oder starke Überforderung können Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen belasten. Für Fachkräfte ist es deshalb wichtig, verschiedene Faktoren differenziert wahrzunehmen, Zusammenhänge nicht vorschnell herzustellen und geeignete Unterstützungsmöglichkeiten zu kennen.

Wie praxisnah diese Auseinandersetzung gestaltet werden kann, zeigen neue Fortbildungsmodule von CLIX. In Friedrichshafen beschäftigten sich Teilnehmende beispielsweise mit Suizidprävention. Neben fachlichem Wissen stand dabei die konkrete Gesprächsführung im Mittelpunkt: In Rollenspielen konnten Gespräche mit suizidgefährdeten Personen erprobt und anschließend gemeinsam reflektiert werden.

Ein weiteres Modul widmete sich den Themen Fremdgefährdung und Gewalt. Dabei ging es unter anderem darum, Gewalt- und Eskalationsrisiken frühzeitig wahrzunehmen und Handlungsmöglichkeiten für angespannte Situationen kennenzulernen. Weitere Module zu Trauma und Traumafolgestörungen sowie psychotischen Störungen und Wahn erweitern das Angebot.

Parallel stärkt CLIX mit seinem neu gegründeten Projektbeirat die fachliche Vernetzung. Unterschiedliche Akteur bringen dort ihre Perspektiven ein und begleiten die weitere Entwicklung des Projekts. So verbindet CLIX praktische Qualifizierung mit fachlichem Austausch – mit dem Ziel, Fachkräfte für komplexe Situationen zu sensibilisieren und ihre Handlungssicherheit zu stärken.