Wie können Jugendliche über Diskriminierung, Zivilcourage oder Hass im Netz ins Gespräch kommen, wenn komplexe deutsche Sprache selbst eine Hürde darstellt? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Projekt CLIX bei einem Workshop an der Carl-Benz-Schule in Karlsruhe.
Im Juli gestalteten Nesrin und Simon von CLIX erstmals einen Workshop mit einer VABO-Klasse. Das Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf mit Schwerpunkt Erwerb von Deutschkenntnissen richtet sich an Jugendliche, die sich am Ende ihrer Schulzeit befinden und gleichzeitig ihre Deutschkenntnisse erweitern.
In enger Abstimmung mit der zuständigen Lehrerin entwickelte CLIX dafür ein Workshopkonzept rund um Diskriminierung, Grenzsetzung und Zivilcourage sowie den Umgang mit Hass, Hetze und Falschinformationen im Netz. Eine besondere Rolle spielte dabei die Frage der Zugänglichkeit: Wie lassen sich gesellschaftlich komplexe Themen so vermitteln, dass Sprache nicht zur Voraussetzung für Beteiligung wird?
Bekannte Methoden aus der Bildungsarbeit wurden dafür angepasst und mit Elementen Einfacher Sprache, niedrigschwelligen Erklärungen und Piktogrammen kombiniert. So entstanden Möglichkeiten, eigene Erfahrungen einzubringen, Positionen auszutauschen und gemeinsam über gesellschaftliche Fragen zu diskutieren.
Der Workshop zeigte, dass politische und gesellschaftliche Bildung auch bei sprachlichen Barrieren dialogorientiert gestaltet werden kann. Für CLIX war das Format zugleich eine wichtige Erfahrung für die Weiterentwicklung der eigenen Bildungsarbeit und für die Frage, wie unterschiedliche Gruppen junger Menschen noch besser erreicht werden können.